Es ist genau 20 Jahre her, da brachte die "New York Times" die Schlagzeile: "The Cologne Challenge: Ist das New Yorker Kunstmonopol kaputt?" Die Zeitung schrieb damals: "Willkommen in Köln, der Stadt, die sich unerwartet zur europäischen Hauptstadt der zeitgenössischen Kunst aufgeschwungen hat." Manches deute darauf hin, dass Köln sogar New York überholt habe. Als Kronzeuge dafür zitierte die Autorin des Artikels Gerhard Richter, der auf ihre Frage nach dem Zustand der New Yorker Kunstszene die glucksende Antwort gab: "Kaputt!"

Heute ist Berlin die deutsche Kunstmetropole. In einer Hinsicht jedoch hat sich Köln behaupten können: Es ist nach wie vor Standort der ältesten deutschen Kunstmesse, der Art Cologne, die nächsten Mittwoch für fünf Tage öffnet. In den vergangenen Jahren hat die Messe unter Direktor Daniel Hug ihre frühere Bedeutung zurückgewonnen.

Gerade die Berliner schwören jetzt auf Köln - sie bilden mit 32 Ausstellern das mit Abstand größte deutsche Kontingent auf der Messe. Christian Ehrentraut - sein Name ist eng mit der Neuen Leipziger Schule verbunden - erklärt Hugs Erfolg so: "Er schafft es, zwischen vielen Parteien zu vermitteln und eine stark differenzierte Szene zu einen: die Hippen und die Konservativen, die Big Players und kleine, noch wenig Etablierte."

In der Vergangenheit hatten die Berliner mehrfach versucht, eine eigene Messe zu begründen, doch erfolglos. Galerist Clemens Fahnemann räumt ein: "Nach dem Ausfall der Art Forum-Kunstmesse - die ich seinerzeit entscheidend politisch mit durchsetzen konnte - kann ich heute sagen, dass es besser ist, eine wichtige Kunstmesse in Deutschland zu haben - und zwar die Art Cologne."

Viele meinen mittlerweile, dass es gerade so ideal sei: die meisten Galerien in Berlin, aber die führende Kunstmesse in Köln - quasi auf neutralem Gebiet. Das beuge Platzhirsch-Allüren der mächtigsten Galerien vor.