Für Waters sind es Symbole für Religionen, bei denen entweder Geld, Götter oder Ideologien angebetet werden - und in deren Namen auch Kriege geführt werden. Vor dem Konzert gab es Proteste jüdischer Organisationen, die die Einbeziehung des Davidsterns antisemitisch finden, aber Waters beharrte darauf, so seine Kritik gegen die Politik des Staates Israel ausdrücken zu wollen.

So simpel Waters' Polemik gegen das Böse in der Welt, so aufwendig war die Ausstattung der gigantischen Bühnenshow. Was machbar ist, wurde gemacht, bis die Mauer am Ende in sich zusammenfiel. Musikalisch war das ziemlich überraschungsarm, obwohl die Songs neu arrangiert waren. Das Korsett des Konzept albums gab halt wenig Spielraum. Deshalb war die größte Überraschung, dass Roger Waters zwischendurch plötzlich ein kurzes Statement für den Erhalt der Mauer gab. Und zwar der bemalten Restmauer namens East Side Gallery. Am Vortag hatte der Musiker sie besucht, nach einem Hilferuf des Bündnisses "East Side Gallery retten!". Es protestiert seit Langem gegen den drohenden Teilabriss, weil der Berliner Senat Pläne eines Investors gebilligt hat, direkt hinter der Mauer Luxuswohnungen zu bauen.

Roger Waters zeigte sich solidarisch und würdigte die East Side Gallery als "großartigen Ort, um an die schwarzen Tage des Kalten Krieges zu erinnern". Darum sei er in diesem Fall für den Erhalt der Mauer. Zumal man ihm erklärte, dass auch jenes Mauerbild mit dem Plattencovermotiv von "The Wall" gefährdet sein könnte. Es wurde von dem US-amerikanischen Künstler Lance Keller just zu der Zeit gemalt, als Roger Waters 1990 "The Wall" auf der Brache des Potsdamer Platzes vor 500 000 Menschen aufführte. Von den 30 000 Zuschauern jetzt im Olympiastadion waren vermutlich nicht wenige schon damals dabei.