Anerkannt ist der Beruf aber nicht. Wer beim Film den Ton macht, ist Techniker. Ingenieur. Kein Komponist - so wie Spitzer-Marlyn. Klänge seien im Film außerordentlich wichtig, sagt der Wiener, der in diesem Jahr in der Festival-Jury sitzt. Zwei Drittel des menschlichen Bewusstseins bestehe aus dem Hören, nur ein Drittel aus dem Sehen. Bewusst sei das den wenigsten Menschen, aber ein falscher Klang im Film könne den Zuschauer völlig herausreißen. Filmklänge seien wie eine Komposition - ein Musikwerk. Spitzer-Marlyn ist Musiker, hauptberuflich. Zum Film ist er in den 70er-Jahren gekommen, hat mit Werner Herzog Ende der 90er-Jahre unter anderem "Kinski - Mein liebster Feind" gedreht. Sich mit den Regisseuren gut zu verstehen, sei für ihn Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit, sagt Spitzer-Marlyn, der in Wien als Dozent für Tonaufnahmen arbeitet.

Am heutigen Freitag spricht er ab zwölf Uhr in der Stadthalle über seine Arbeit.