Mit dem dritten Teil der Reihe geht es wieder um das Schicksal des ehemaligen CIA-Killers Jason Bourne. 2002 hatten die Filme mit "Die Bourne Identität" begonnen und wurden 2004 mit "Die Bourne Verschwörung" fortgesetzt. Immer noch versucht der von Matt Damon gespielte Mann, der im ersten Teil mit völligem Gedächtnisverlust im Meer treibend gefunden wurde, die Puzzleteile seiner Vergangenheit zusammenzusetzen. Dabei muss er sich gegen perfekt ausgebildete Agenten und Killer zur Wehr setzen, die das verhindern wollen.
Klar ist immerhin seit dem zweiten Teil der Trilogie, dass Bourne früher einer Spezialausbildung unterzogen wurde, die ihn zu einer unaufhaltsamen Tötungsmaschine ohne Skrupel machen sollte. Für eine Sonderabteilung des US-Geheimdienstes erledigte er schmutzige und illegale Mordaufträge. In "Das Bourne Ultimatum" stolpert der Protagonist in einem Zeitungsartikel über ihn selbst. Ein Insider hat gegenüber einem Journalisten über das Geheimprojekt "Blackbriar" ausgepackt, zu dem auch Bourne gehörte. Bourne nimmt die Spur auf und liefert sich mit der CIA einen Wettlauf um die halbe Welt, bei dem fast alle, die mit der Sache zu tun hatten, auf der Strecke bleiben.
Der Film setzt kurz vor Ende von "Die Bourne Verschwörung" ein, als Bourne in Moskau verletzt wurde. Filmfans sollten also vorher unbedingt noch einmal mindestens den zweiten, besser jedoch beide Teile anschauen, sonst wird es extrem schwer, die Handlung zu verstehen und ihr zu folgen. Allerdings ist dies auch mit Vorwissen nicht einfach. Regisseur Paul Greengrass, der bereits den zweiten Teil drehte, lässt sowohl Bourne als auch die Bosse der CIA immer drei Schritte weiter denken, als der Zuschauer dazu in der Lage ist. Dadurch wirken zwar die Handelnden sehr professionell und ausgebufft, der Zuschauer ist jedoch leicht überfordert.
Wer das akzeptiert und die Handlung in den Hintergrund stellt, kann sich voll auf die gut inszenierten Actionsequenzen konzentrieren. Dabei sollte man sich nicht davon stören lassen, dass Regisseur Greengrass die Regeln der Physik und der Medizin manchmal außer Acht lässt. Auch nicht von den Logiklöchern: Modernste Überwachungstechnik ist in dem Film in der Lage, jeden Menschen jederzeit und überall auf der Welt aufzuspüren, aber Bourne schafft es trotzdem, mit öffentlichen Verkehrsmitteln unbehelligt durch die Welt zu reisen und sogar ins CIA-Büro einzubrechen.
Im Vergleich zu den ersten beiden Teilen der auf den Büchern von Robert Ludlum basierenden Filmreihe bietet "Das Bourne Ultimatum" wenig Innovation, weder bei der Handlung noch bei der Action. Dennoch hatte der 138 Millionen Euro teure Film in den USA seine Produktionskosten nach zwei Wochen wieder eingespielt. Das könnte er Matt Damon zu verdanken haben, der im Film zwar immer noch nicht den Weg ins normale Leben findet, dafür aber in Hollywood den zum glaubwürdigen Actiondarsteller.
(USA 2007, FSK ab 12, von Paul Greengrass, mit Matt Damon, Julia Stiles, Joan Allen)