Obwohl die Grafik mehr an ein Computerspiel als an die High-Tech-Kreationen der Konkurrenz von Pixar oder Dreamworks erinnert, schlug sich der Film durchaus wacker an den US-Kinokassen. In Deutschland liehen Sarah Kuttner, Hans Werner Olm und auch Musiker wie Max Raabe, Smudo und Jan Delay den Figuren ihre Stimmen. Im Original waren es unter anderen Glenn Close, James Belushi und Anne Hathaway.
"Die Rotkäppchen-Verschwörung" beginnt da, wo das Märchen eigentlich zu Ende ging: Cory und Todd Edwards sowie Tony Leech haben die Geschichte beim Wort genommen und sich gefragt, wie es zu dem im Märchen beschriebenen Verbrechen kommen konnte. Der böse Wolf wird in Großmutters Häuschen gestellt. Diesmal mit Blaulicht und Polizeiabsperrungen. Ein Holzfäller bricht durch die Fensterfront und fuchtelt wild mit der Axt herum.
Und im Wald ist die Welt schon lange nicht mehr in Ordnung: Ein geheimnisvoller Dieb stiehlt die Rezepte von allen Imbiss-Betreibern und Konditoren, die einer nach dem anderen dicht machen müssen. Die Polizei - ein Grizzly-Bär und die drei kleinen Schweinchen - tappt erwartungsgemäß im Dunkeln. So dass sich ein sehr an den Meisterdetektiv Hercule Poirot erinnernder Frosch Namens Flippers der Sache annehmen muss.
Alle stehen unter Verdacht, nicht nur der Wolf, sondern auch der etwas unterbelichtete Holzfäller und selbst Großmutter und Rotkäppchen. Einer nach dem anderen werden sie nach klassischer Krimi-Manier verhört und jede Geschichte sieht anders aus und birgt so manche Überraschung, bis sich die Puzzle-Teile schließlich zu einem unerwarteten Bild zusammenfügen. Fernseh-Krimiexperten werden am Ende vielleicht nicht überrascht sein, zu lachen gibt es immerhin für alle genug, die sich gern abseits von Disney-Romantik amüsieren.

(USA 2005, von Cory und Todd Edwards, mit den Sprechern Sarah Kuttner, Hans-Werner Olm, Axel Prahl, Max Raabe, Smudo)