Kaum eine Dynastie hat die Geschicke Preußens so geprägt wie die Familie der Hohenzollern. Unter ihrer Ägide wurde aus dem kargen Landstrich ein prosperierendes Königreich mit enormer militärischer Schlagkraft einerseits und Toleranz, Bürgernähe, Förderung der Wissenschaft und Künste andererseits. Was an Preußen heute beeindruckt, ist vor allem das kulturelle Erbe, das das Land weit über seine Grenzen hinaus bekannt machte: herrliche Schloss- und Parkanlagen, Theater, Museen und Universitäten.

Ein wichtiger Teil dieses kulturellen Erbes gehört seit 1945 zu Polen und wird im Falle des Hirschberger Tales, wo die Hohenzollern einst nach ihrem Geschmack Schlösser zu Sommersitzen umgestalten ließen, heute von neuen Besitzern mit viel Interesse und Sorgfalt gepflegt.

Die Familie des Preußenkönigs Friedrich Wilhelms III. (1770-1840) hielt sich häufig in Erdmannsdorf (Myslakowice), Fischbach (Karpniki) und Schildau (Wojanow) auf und empfing hier ihre Gäste. Die zweite Frau des Königs, Auguste von Harrach, wurde zur Erbin des Schlosses, gab es allerdings an den Thronfolger weiter. Sechzehn königliche Frauen hat Christine von Brühl in ihrem Buch porträtiert. Jedem Kapitel hat sie ein kulturhistorisch bedeutendes Gebäude zugeordnet, das durch Charakter und Vorlieben der jeweiligen Frau der Hohenzollern besonders geprägt worden ist.

Akademie Modus Vivendi, Elisabethstraße 10-11, Görlitz; Eintritt: drei Euro