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"Die dörfer unter wasser . . .”

Hoyerwerda. Der Hoyerswerdaer Kunstverein gestaltet mit Unterstütztung des Pen-Zentrums Deutschland am Freitag einen Tag der Poesie. Mit dabei sind Milan Hrabal aus Tschechien, Dr. ms/pb

Abdelwahhab Azzawi aus Damaskus/Gießen, sein Bruder Thabet Azzawi, Sänger aus Dresden, dazu die sorbischen Poeten Benedikt Dyrlich, Ro{zcaron}a Doma{scaron}cyna, Dorothea {Scaron}o{lstrok}cina, Tomasz Nawka, (Bautzen) Eva Maria Zschornack, Dresden, Norbert Weiß (Dresden) sowie Ayana Arlt und Wolfgang Wache aus Senftenberg.

Um 9 Uhr werden die Dichter am Freitag mit Schülern im Gymnasium Johanneum und ab 18 Uhr im Schloss ein Programm mit Texten und Musik gestalten. Mit dem Text "Die dörfer unter wasser sind in deinem kopf beredt" erinnert Ró{zcaron}a Doma{scaron}cyna an die Wandlungen der Landschaft der Lausitzen, deren Geschichten, Sagen, Märchen und vor allem deren alte und neue Lieder. Die sorbische Dichterin sammelt, übersetzt und erzählt sie immer wieder neu. Das Programm erinnert an den sorbischen Dichter Jurij Che{zcaron}ka (1917-1944). In Horka bei Kamenz geboren, besuchte er Schulen in Prag, studierte an der Prager Karls-Universität Bohemistik, Germanistik und Sorabistik. 1936 feierte er sein dichterisches Debüt, gründete eine sorbische Zeitung und wurde 1939 bei der Besetzung durch die Deutschen verhaftet. Im gleichen Jahr zur Wehrmacht eingezogen, desertierte er 1944 in Jugoslawien, seither verlieren sich seine Spuren.

Kito Lorenc veröffentlichte in einer Sammlung sorbischer Lyrik mehrere Gedichte von Che{zcaron}ka.

Ab 18 Uhr tragen die Gäste im Schloss Hoyerswerda das Programm "Brücken im Zugwind" vor. Sie erzählen von ihren Heimatländern, von den Lausitzen, vom Miteinander in verschiedenen Völkern und Sprachen. Tomasz Nawka musiziert mit dem Dudelsack und Thabet Azzawi auf einem Instrument seiner Heimat Syrien.