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| 02:40 Uhr

Die berühmte Lutherstube ist restauriert

Restaurator Uwe Rähmer begutachtet im Wohnhaus des Theologen Martin Luther (1483-1546) in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) die Bemalung der Holzvertäfelung.
Restaurator Uwe Rähmer begutachtet im Wohnhaus des Theologen Martin Luther (1483-1546) in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) die Bemalung der Holzvertäfelung. FOTO: dpa
Wittenberg. (dpa/ik) An der berühmten Lutherstube im Wohnhaus des Reformators in Wittenberg ist die Restaurierung weitgehend abgeschlossen. Während der rund einjährigen Säuberungs- und Restaurierungsarbeiten stießen die Experten auf zahlreiche Zeugnisse von Besuchern vergangener Zeiten, wie die Stiftung Luthergedenkstätten am Donnerstag mitteilte.

An Wänden, in Fensterscheiben und auch am Tisch haben sich Besucher mit ihren eingeritzten Initialen oder Sprüchen verewigt. Etwa 300 derartige Hinterlassenschaften sind laut Restaurator Uwe Räther gefunden worden. Die älteste datiert aus dem Jahr 1696.

In diesem Zimmer hatte Martin Luther (1483-1546) seine legendären mit Gesellschaftskritik gespickten Tischreden gehalten. Seit 1783 gibt es für die Lutherstube Besucherbücher. Die ersten werden jetzt digitalisiert und konserviert. In dem Gebäudekomplex ist vom 13. Mai an die große Nationale Sonderausstellung "Luther! 95 Schätze - 95 Menschen" zu sehen.

Vor 500 Jahren hatte Luther der Überlieferung nach seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg geschlagen. Luther protestierte damit gegen den Ablasshandel der Kirche, sich von Sünden freikaufen zu können. Das Ereignis vom 31. Oktober 1517 gilt als Beginn der weltweiten Reformation der Kirche.

Zum Thema:
Das Wohnhaus des Theologen Martin Luther in Wittenberg gehört zum Unesco-Welterbe. Es gilt als das größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt. Luther bewohnte das Haus mit seiner Frau Katharina von Bora. Das Paar hatte sechs Kinder.

Die Restauratorin Susanne Ruynat retuschiert eine Tür.
Die Restauratorin Susanne Ruynat retuschiert eine Tür. FOTO: dpa