Berlin, Cannes, Venedig: sie kennt sie alle, die internationalen Filmfestivals. Dr. Gerti Müller-Ernstberger, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wahrnehmung von Film- und Fernsehrechten (GWFF) ist ständig auf der Durchreise, besucht Filmfestivals und Filmproduzenten auf der ganzen Welt. In Cottbus war sie nicht nur Gast, sondern überreichte das durch die GWFF gestiftete Preisgeld über 25 000 Euro für den besten Film. Was Cottbus als Filmfestival-Gastgeber so besonders macht? "Man merkt das wahnsinnige Engagement der Festivalleitung, der Stadtverantwortlichen und der Bevölkerung. Alle sind mit Herzblut dabei und das strahlt eine wahnsinnige Wärme aus und schafft eine tolle Atmosphäre", sagt Dr. Gerti Müller-Ernstberger. Kleiner, persönlicher und menschlicher gehe es hier zu.

Dass das Festival an internationaler Bedeutung gewonnen hat, merkt Programmdirektor Bernd Buder in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel beim Reisen: "Auf dem Warschauer Filmfestival wurde hervorgehoben, wie wichtig Cottbus als Sprungbrett für polnische Filmemacher ist." Auch an der erfolgreichen Arbeit von "Connecting Cottbus" (coco), dem Koproduktionsmarkt im Rahmen des Festivals, mache sich der Bedeutungszuwachs bemerkbar. "Viele Projekte von coco laufen auf großen Festivals", sagt Buder. Der Film "Mittagssonne" (Bester Film) feierte Premiere in Cannes.

Auch Ehrenpräsident István Szabó spricht dem Festival große Relevanz zu: "Cottbus ist wichtig für mittel- und osteuropäische Filme mit langer Tradition. Ich hoffe, dass die nächsten 25 Jahre so erfolgreich sind, wie die letzten." Noch ein Indiz für die Weiterentwicklung: Die GWFF erhöhte das Preisgeld für den besten Film um 5000 Euro. "Es ist leichter gewesen, den Beirat davon zu überzeugen, als es vor fünf Jahren noch war. Damals musste ich erst einmal erklären, wo Cottbus überhaupt liegt", sagt Gerti Müller-Ernstberger. "Heute ist das Festival für jedermann ein Begriff."