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| 17:47 Uhr

Ausstellung in der BASF
Farbspiele mit bemaltem Modell im Milchbad

 Alexa Meade in der Ausstellung mit „Lola knows best“ (r.) und „Modern Canvas“ von 2011.
Alexa Meade in der Ausstellung mit „Lola knows best“ (r.) und „Modern Canvas“ von 2011. FOTO: Jürgen Weser
Schwarzheide. Die amerikanische Künstlerin Alexa Meade hat lebende Leinwände ins Kulturhaus BASF Schwarzheide gebracht. Von Jürgen Weser

Sie ist ein Shooting-Star der modernen Malerei in den USA und inzwischen auch weltweit. Das zeigte sich auch zur Vernissage der Ausstellung „Lebende Leinwand“ von Alexa Meade.

Die junge Künstlerin war aus Los Angeles ins Kulturhaus der BASF Schwarzheide eingeflogen und lockte so viele Besucher wie noch nie zur Ausstellungseröffnung.

Die Schau ist Start des BASF-Ausstellungsprogramms 2018 „The Art of Transformation“ und ordnet sich dem Ziel des Standortes Schwarzheide unter, innerhalb der BASF Vorreiter der digitalen Transformation eines gesamten Chemiestandortes zu sein.

Die 1986 geborene US-Amerikanerin hat mit ihrer Malerei einen Siegeszug durch die globale Medienlandschaft angetreten. Dabei erscheinen ihre Bilder beim ersten flüchtigen Betrachten zwar interessant und wirken als „Sinfonie in Farbe“, wie Kulturhistoriker Ingo Seufert als ihr Galerist in seiner Laudatio urteilte, aber sie offenbaren erst beim genauen Betrachten das Spektakuläre.

Es wird sichtbar, hier sind Menschen und Dinge zu bemalten Leinwänden geworden. Das dargestellte Objekt wird samt Umgebung zum eigenen Bildträger, der normalen Leinwand bedarf es nicht.

Durch das Fotografieren der inszenierten „Leinwände“ transformiert Alexa Meade Dreidimensionalität zurück ins Zweidimensionale und suggeriert sie als die eigentliche Normalität. Sie entzieht der Darstellung auf ihren Bildern die Räumlichkeit. Damit verfolgt sie mit ihren gemalten Bildinstallationen als flächige Fotografien eine der Kunstgeschichte entgegengesetzte Entwicklung. Malerei, Performance-Installation und Fotografie werden zur verblüffenden Dreieinigkeit der Kunstform von Alexa Meade.

Das Ganze kommt ein wenig wie Magie einher und erhöht wohl damit die Anziehungskraft für den Kunstkonsumenten.

Die im BASF Kulturhaus gezeigten 75 Bilder wirken auf den Betrachter, mit dessen Sinneswahrnehmungen gespielt wird, nicht wie Fotografien, sondern als Malereien auf der Fläche.

Der Lebensweg von Alexa Meade schien zunächst einen anderen Weg zu nehmen. Als Studentin der Politikwissenschaften hat sie 2008 für die Obama-Kampagne zur Präsidentschaftswahl gearbeitet, bevor ihr klar wurde, dass sie Künstlerin werden will. Der Weg dahin war ebenso unkonventionell (vielleicht auch typisch amerikanisch) wie ihre Kunst.

Autodidaktisch, durch gesuchte Bekanntschaften mit zahlreichen Künstlern, durch exzessiven Galeriebesuch und natürlich durch eigenes Üben schaffte sie den Durchbruch, entdeckt im Netz. Dabei von Beginn an mit fotografierter Malerei auf Objekten und Menschen.

Der Durchbruch kam im Jahr 2011 mit Bildern wie „Blueprint Square“, das in der BASF-Ausstellung zu sehen ist und auf dem Fläche und Plastizität verschmelzen und ein Augenpaar durch seine Lebendigkeit irritiert.

In den Arbeiten von Alexa Meade in Schwarzheide kann vieles entdeckt werden: illusionistische Malerei, Nähe zur Popart, Elemente der Street-Art, Body-Painting, Collagetechnik, surreale Porträtdarstellungen – was alles richtig ist, aber den Gesamtcharakter ihrer Bilder nur unzureichend beschreibt.

Die Ausstellung im Kulturhaus Schwarzheide als bisher umfangsreichste Ausstellung Meades im Ausland bietet einen repräsentativen Querschnitt durch das Schaffen von Alexa Meade, wobei auf den Bildern allein die künstlerische Vorgehensweise schwer zu durchschauen ist.

So bilden ihre mit Sheila Vand inszenierten Bilder, die mit bemaltem Körper im Milchbad fließende Farbspiele erzeugen, eine besondere ästhetische Magie.

Die Magie des Betrachtens kann der Ausstellungsbesucher bis zum 8. April jeweils von 12 bis 18 Uhr auf sich wirken lassen. Am 13. Februar und 13. März gibt es um 17 Uhr Führungen. Geschlossen bleibt die Ausstellung am 15., 19., und 23. Februar sowie am 1. März und vom 21. bis 23. März.