Ihre Interpretation der Titelpartie in Donizettis Oper "Lucia di Lammermoor" hat Maßstäbe gesetzt, auch als Zerbinetta in Richard Strauss' "Ariadne auf Naxos" gilt "die Gruberova" als unerreicht. Heute feiert die umjubelte Sängerin ihren 60. Geburtstag.
Die "Süddeutsche Zeitung" erfand nach ihrem Auftritt als Elisabeth I. in Vincenzo Bellinis "Roberto Devereux" den Titel "Primadonna assoluterova". Und auch als Bellinis Norma, die sie im vergangenen Januar in München erstmals in einer Inszenierung sang, riss sie das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Gerade diese Partie hatte die Sängerin lange vor sich her geschoben, "um einen Reifepunkt zu erreichen, wo ich in der Partie alles machen kann, was sie hergibt", begründete sie ihr Zögern. "Nicht nur die Töne einfach zu singen, sondern wirklich die abgründigsten Gefühle der Partie zu erleben".
Mit dieser intensiven, leidenschaftlichen Gestaltung ihrer Figuren hat sich die aus Bratislava stammende Sängerin von der slowakischen Provinz in die ersten Häuser der Opernwelt hochgesungen. Noch während ihrer Ausbildung stand sie am Nationaltheater in ihrer Heimatstadt auf der Bühne, es folgte ein erstes Engagement in Banska Bystrica in der Slowakei. Von dort gelang der 23-Jährigen der Sprung an die Wiener Staatsoper, wo die junge Sängerin zum Publikumsliebling avancierte und doch erst spät von der Presse wahrgenommen wurde. Die "Zerbinetta" war es schließlich, die ihr zum internationalen Durchbruch und zu zahlreichen Gastspielen auf aller Welt verhalf.
Die Künstlerin, die mit dem österreichischen Musiker Friedrich Haider verheiratet ist und zwei Töchter hat, nutzt ihre Popularität auch gerne, um wenig gespielten Werken zu Aufführungen zu verhelfen. Mit ihrer Musik will sie auch über die Opernbühne hinaus wirken und die Welt ein wenig besser machen: "Manchmal möchte ich eine Mutter Teresa sein. Aber ich schaffe es nicht".
(dpa/pb)