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| 18:40 Uhr

Finale
Vielfältig und ungewöhnlich 

 Eines von zwölf Konzerten der diesjährigen Musikfesttage. Johanna Seitz und Christoph Mayer im Dialog zwischen Barockharfe und Barockvioline.
Eines von zwölf Konzerten der diesjährigen Musikfesttage. Johanna Seitz und Christoph Mayer im Dialog zwischen Barockharfe und Barockvioline. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Die 54. Musikfesttage Hoyerswerda, die am Sonntag mit einem Klassikkonzert endeten, sind weiter auf Erfolgsspur. Von Rainer Könen

Zum Finale der diesjährigen Musikfesttage Hoyerswerda waren am Sonntag weit über 700 Besucher in die Lausitzhalle gekommen. Das Sinfonische Orchester Hoyerswerda spielte auf dem Abschlusskonzert Werke von Bedrich Smetana, von Sergei Rachmaninow und Antonin Dvorak und sorgte für Beifallsstürme.

Es waren Musikfesttage, die nach Einschätzung von Projektleiterin Carmen Hoffmann deutlich machten, dass sich dieses Musikfest weiter auf der Erfolgsspur befindet. Zu den zwölf Konzerten, die an drei Spielstätten in der Stadt ausgerichtet wurden, waren rund 2500 Besucher gekommen. Ein Großteil der Tickets, knapp 2000, hatte man bereits im Vorverkauf absetzen können. Die Auslastung lag in diesem Jahr bei etwa 90 Prozent.

Bemerkenswert sei bei der 54. Ausgabe der Musikfesttage vor allem gewesen, dass „zunehmend junge Leute die Konzerte besucht haben“, so Projektleiterin Hoffmann.

Mit ein Grund für den Wandel der Publikumsschicht ist nicht nur die Tatsache, dass das Musikfest keines ist, das sich ausschließlich der Klassik widmet. Vielmehr habe man erneut Künstler verpflichtet, die „Musikexperimente vorführen, Instrumente spielen, die man selten sieht“, Geißbock und Maultrommel etwa. Carmen Hoffmann: „Bei uns gibt es so gesehen nie ein normales Konzert“.

Die Künstler, die man in diesem Jahr engagiert habe, hätten sich in den zurückliegenden Wochen bei ihren Auftritten wieder von ihrer kreativen Seite gezeigt, freut man sich beim Veranstalter, der Lausitzhallen GmbH.

Etwa „Les Troizettes“. Bei seinem Auftritt im Hoyerswerdaer Schloss zeigte das Trio, dass man ein herkömmliches klassisches Konzert auch mit akrobatischen Einlagen und humorvollen Wortgefechten vorführen kann. Eine Veranstaltung, die die Besucher geradezu von den Sitzen riss.

Das Dudelsackensemble Semmichau gab sich international, führte 14 verschiedene Dudelsäcke mit ihren tonalen Eigenheiten vor.

Ein Hauch von Hollywood umwehte den Auftritt von Giora Feidman in der Hoyerswerdaer Johanneskirche. Dort trat der 83-jährige argentinische Klarinettist, der die Filmmusik zu „Schindlers Liste“ komponierte, auf.

Die Musiker seien von der aufgeschlossenen Atmosphäre, die bei allen Auftritten herrschte, sehr inspiriert worden, beschreibt es Carmen Hoffmann.

Beim humoresk dargestellten Auftritt von Gogol & Mäx habe es stehende Ovationen gegeben. Minutenlang. Zahlreiche Zugaben, aufgeschlossene Musiker, die den Dialog mit dem Publikum suchen, dies macht auch die besondere Qualität der Musikfesttage aus.

Hoyerswerdas Musikfesttage unterscheiden sich in der Region  von anderen Festivals dieser Art. Was an der thematischen Ausrichtung dieser Veranstaltung liegt. Im Gegensatz zu anderen Festivals habe man seit vielen Jahren nur ein einziges übergeordnetes Thema, so Projektleiterin Carmen Hoffmann.

Vielfalt erfreut, ein nach vielen Seiten offenes Motto. Bewährt hat sich in diesem Jahr wieder das Konzept, die Konzerte an verschiedenen Spielstätten der Stadt auszurichten.

Bemerkenswert auch, dass etliche Besucher nicht nur aus Hoyerswerda kamen, sondern aus vielen Teilen Sachsens. Dies, so Carmen Hoffmann weiter, könne man als ein deutliches Zeichen interpretieren, wie sehr dieses Musikfest überregional interessiere.

Man darf also gespannt auf die nächste Ausgabe dieses Hoyerswerdaer Musikfestes sein. Wo eines schon jetzt   feststeht: Bei den Hoyerswerdaer Musikfesttagen ist das Ungewöhnliche ein unabdingbarer Bestandteil eines jeden Konzertes.

 Eines von zwölf Konzerten der diesjährigen Musikfesttage. Johanna Seitz und Christoph Mayer im Dialog zwischen Barockharfe und Barockvioline.
Eines von zwölf Konzerten der diesjährigen Musikfesttage. Johanna Seitz und Christoph Mayer im Dialog zwischen Barockharfe und Barockvioline. FOTO: Rainer Könen