Nach einer jahrelangen großzügigen Preispolitik sei eine Anpassung ab der Spielzeit 2006/2007 unausweichlich gewesen, sagten die Intendantin Kirsten Harms und der geschäftsführende Direktor Axel Baisch gestern in Berlin. Nur so könnten herausragende und innovative Produktionen am Haus gesichert werden.
Die SPD hatte die "drastischen Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent" kritisiert. Mit nun zehn anstatt der bisherigen drei Abo-Reihen gebe es große Verwirrung, erklärte die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Brigitte Lange. Das Publikum werde bei dem "Dschungel der neuen Angebote" zum Besucher zweiter Klasse degradiert. So habe sich der Preis für eine Premiere verdoppelt, für Wagners "Ring"-Vorstellungen müssten alle vier Aufführungen gebucht werden. Eine Preisvorteil habe der "Ring"-Abonnent nicht, da an der Tageskasse die Karten zum selben Preis verkauft würden. Die Deutsche Oper müsse die treuen Abonnenten nicht demotivieren, sondern mit gerechten Abos zu moderaten Preisen hofieren, forderte Lange.
Die Deutsche Oper erklärte dazu, die bisherigen Abo-Rabatte von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Preis für Einzelkarten seien wirtschaftlich untragbar. Harms und Baisch räumten ein, dass die geringeren Ermäßigungen ein gewaltiger Sprung gegenüber den bisherigen Nachlässen seien. Bezogen auf die einzelnen Vorstellungen seien die Preise aber fair. (dpa/lh)