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Kolumne
Menschelalarm in der Datenwelt

Devid Striesow (Hauptkommissar Jens Stellbrink).
Devid Striesow (Hauptkommissar Jens Stellbrink). FOTO: Manuela Meyer / dpa
Buhu! Die digitale Welt ist böse. Das sollte ihnen spätestens nach dem Saarbrücken-Tatort klar sein. Von Lydia Schauff

Da fliegen Daten hin und her, und es fliegt ein Hightechauto, mit Sebastian Feuerbach, Justiziar einer IT-Firma, an Bord. Ferngesteuert in den Tod. Ferngesteuert wird in diesem Tatort vieles. Mittendrin ist IT-Flachpfeife Kommissar Stellbrink, der mit IT-Superhirn Natascha wettet. Klassische Detektivarbeit versus digitaler Spurensuche. Bei letzterer bringt Natascha Düsteres über Stellbrink zutage. Das hätte jede IT-Einheit der Polizei gekonnt. Er stell(brink)t sich wahrlich doof an. So loggt sich Marco, Nataschas eifersüchtiger Freund, auch problemlos über Blue­tooth ins Kommissarhandy ein. Am Ende hackt Marco, der aus ganz undigitaler Eifersucht dem Mordopfer gefolgt ist, dem anderen Hacker ein Auge aus und liefert den entscheidenden Beweis. Dank böser Datenüberwachung wird der Täter überführt. Sowas aber auch. Das Problem sind eben vor allem die Leute am anderen Ende der Leitung. Selbige ist bei Stellbrink so lang, dass er sein Smartphone wegschmeißt. Er kommt halt nicht mehr mit. Gut, dass das sein vorletzter Fall war. Er soll mal den Platz für die Jugend wie Kommissarsanwärterin Mia Emmrich freimachen. Die hat den Durchblick. Doof nur, dass Stellbrink sie vom Lernen für ihre Prüfung abhält.