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Der Spielleiter Oper verabschiedet sich vom Staatstheater Cottbus

Hauke Tesch (2. von links) anlässlich der Premiere "Flüchtling" beim Schlussapplaus in der Kammerbühne.
Hauke Tesch (2. von links) anlässlich der Premiere "Flüchtling" beim Schlussapplaus in der Kammerbühne. FOTO: Marlies Kross
Cottbus. Hauke Tesch übernimmt zum 1. Januar 2018 die Leitung der Theaternative C und wird Nachfolger von Gerhard Printschitsch.

(ik) Hauke Tesch, Spielleiter Oper, verabschiedet sich heute in der Theaterscheune Ströbitz vom Staatstheater Cottbus. Ein letztes Mal in dieser Spielzeit gibt er in der ausverkauften musikalischen Räuberpistole "Das Wirtshaus im Spessart" den Baron Sperling, wie das Staatstheater mitteilt. Zum 1. Januar 2018 übernimmt er die Leitung der Theaternative C als Nachfolger von Gerhard Printschitsch.

"Es war eine schöne Zeit am Staatstheater. Jetzt freue ich mich sehr über diese neue Herausforderung", sagte der 52-Jährige gegenüber der RUNDSCHAU. Der Vertrag als Theaterleiter und Geschäftsführer sei unterschrieben. Noch bevor er ans Staatstheater gekommen sei, habe er auf der Bühne der Theaternative C gestanden: "Damals gab es in der RUNDSCHAU eine Bombenkritik für meine Rolle. Ich habe sie aufbewahrt", lacht Hauke Tesch.

"Ich kann mir keinen besseren Nachfolger wünschen. Ein ehrgeiziger und kluger Mann, der schon viele tolle Inszenierungen gemacht hat", sagt Gerhard Printschitsch, der der Theaternative C verbunden bleiben will, aber sich auch auf Freiräume freut.

Seine berufliche Laufbahn am Staatstheater begann Hauke Tesch 1990 als Sänger im Opernchor. Bald übernahm er auch solistische Rollen wie den Samiel im "Freischütz". Parallel dazu studierte er Gesang an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" in Dresden.

Eine Zeit lang war er als freiberuflicher Chansonnier unterwegs, schrieb Texte für Kabaretts und Kindertheater und spielte in mehreren Off-Theatern, unter anderen an der Theaternative C.

1999 kehrte er an das Staatstheater zurück, zunächst als Regieassistent, dann als Regisseur und Chefbühnenmanager und seit Dezember 2006 als Spielleiter Oper.

Ihm sind Inszenierungen wie Donizettis "Lucia di Lammermoor", Millöckers "Der Bettelstudent", Mozarts "Così fan tutte" und Grigori Frids "Das Tagebuch der Anne Frank" zu verdanken. Fantasievolle Produktionen wie "Der kleine Muck", "Das Geheimnis der Wolfsschlucht", "Papagenos Zauberflöte" und "Sechse kommen durch die Welt" trugen seine Regiehandschrift und begeisterten insbesondere die jungen Zuschauer. Seine jüngste Regiearbeit war die Kinderoper "Flüchtling" von Lucio Gregoretti, ein großes gemeinsames Projekt mit Solisten und dem Kinder- und Jugendchor des Staatstheaters, Schülern dreier Cottbuser Schulen sowie dem Orchester des Cottbuser Konservatoriums.

Bei der opulenten Spielplanpräsentation im Branitzer Park jedes Jahr Ende August und anderen großen Theaterevents hielt er mit Nervenstärke und Gelassenheit die Zügel in der Hand. Über viele Jahre prägte er die "Spreewälder Sagennacht". Er schrieb dafür die Bücher und führte Regie.