Natürlich spielen auch die staatlichen Repressionen gegen Rockmusiker und Rockfans in der DDR eine Rolle. Unbestreitbar handelt es sich um eine seriöse Veranstaltung, die unter anderem von der Bundeszentrale für Politische Bildung gefördert wird.
Dass es auch anders geht, nämlich schräg und absolut unernsthaft, kann man am Montag in der Kulturbrauerei erleben, wenn der Ostrock mit einer Art Revue gefeiert wird. Nun ist das keine wirkliche Innovation, denn die Symbiose von Ostrock, Ostalgie und Party in einer Veranstaltung gab es seit der Wende schon tausendfach. Trotzdem ist das Musikspektakel "La Dolce DDR" etwas Besonderes, weil der Kult um den Ostrock von polnischen Schauspielern und Musikern betrieben wird.
Ebenso skurril wie diese Tatsache ist die erzählte Geschichte: Es geht um ein verlorenes Raumschiff, das vor 20 Jahren durch die DDR-Regierung mit der Mission zur Verbreitung des Kommunismus ins All geschickt wurde. Die Besatzung präsentiert eine bunte Musikrevue, die Einblick in ein Land gibt, das zwar nicht die lustigste Baracke im Ostblock war, aber seltsam bunt allemal.
Der Hauptdarsteller, ein von Janusz Radek gespielter DDR-Junge, singt und parodiert sich quer durch die Musikgeschichte nicht nur der DDR. Außer Hits von Karat, Puhdys und Berluc kommen auch welche von Kati Kovacs und Udo Jürgens zum Vortrag - und Neubearbeitungen von FDJ-Liedern.
Dass so eine Show ausgerechnet von Polen ersonnen und auf die Bühne gebracht wurde, klingt so eigenartig wie deren Handlung. Aber die Veranstalter schwören, dass die etwas andere Ostalgieshow bereits erfolgreich in den größten Städten Polens gezeigt wurde, ehe die Tournee ihren krönenden Abschluss nun in der deutschen Hauptstadt erlebt.