Station 35 des KunstLandStrichs ist das Atelier Wera in Groß Särchen. In dem gedankenoffenen Dreiseitenhof soll die Besucher neben dem Erstaunen über angewandte Kunst in Stein auch das ursprüngliche Lebensgefühl "Glück" ereilen.

Ein wenig verträumt gleitet der Blick von Martina Rohrmoser-Müller über die 70 Schmetterlinge auf dem bunt bepflanzten Beet. Mitten darin steht sie und setzt den letzten Keramikfalter auf einen windwippenden Stecken. "Ich stelle es mir wunderbar vor, auf einer großen Schaukel über eine Schmetterlingswiese zu fliegen", sagt Martina Rohrmoser-Müller und freut sich über ihren Mut, wenige Tage vor Eintreffen der Wanderer auf dem Kunstlandstrich ihr Konzept noch einmal überworfen zu haben. "Kindheitsträume" steht nun über dem Besuchstag auf dem heimeligen Hof der Steinmetzmeisterin. Ihr Leitmotiv zwischen Raum und Zeit ist der Schmetterling.

Doch so verträumt die Idee auch daher kommt, die ein historisches Kinderkarusselu und vielleicht auch die große Schaukel am Sonntag ins Zentrum des Groß Särchener Hofes zaubern werden, so funktional präsentieren sich die Objekte, die im Mittelpunkt der Ausstellung stehen. "Mir ist es wichtig, dass man Stein auch benutzen kann", sagt Martina Rohrmoser-Müller und erzählt von der Wärme, die ein satinierter, eine Stufe vor der Politur belassener Stein bei einer Berührung auf die Haut übertragen kann. Das macht den vermeintlich unfreundlichen Rohstoff überraschend attraktiv für die Gestaltung von Sitzmobiliar. Und auch für die Unterbringung des geliebten Handys oder Tablets werden die Besucher funktionale wie stilvolle Designlösungen in Sandstein, Basalt und Granit entdecken.

38 Ateliers, Werkstätten und Galerien öffnen zum diesjährigen Kunstlandstrich ihre Pforten. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder im Auto können die Besucher sich auf die Reise zu Ausstellungen, Kunstprojekten und Begegnungen machen. Eingeladen sind auch Künstler aus der Ferne, wie Pierre Bosolum aus Leipzig, Christine Przybilski aus Senftenberg oder Enrico Verworner aus Berlin. Lieb gewonnene Stationen wie die Werkstatt von Metallgestalter Manfred Vollmert, die Ateliers der Malerin Gudrun Otto und die alte Tischlerei bei den Modemachern von Beletage sind wieder dabei. Besonders Neugierige locken verwunschene Orte, wie ein leer stehendes Geschäft in der Kirchstraße oder ein Garten in Klein Neida. Hier und da gibt es Kreativangebote, Livemusik und Kleinigkeiten zum Verschmausen. Die traditionelle Radrundtour startet 10 Uhr an der Kufa. Die Veranstalter suchen auch wieder nach der schönsten, originellsten und witzigsten Fotografie. Einsendeschluss ist der 21. Juni 2015.

"Meine Träume sind eine Anleihe auf das Glück. […] Kleine Schmetterlinge, die am Grunde der Dinge vorübertaumeln", werden die Besucher auf einer der vanilleduftenden Leinwände lesen, auf denen Martina Rohrmoser-Müller Gedichte ihrer Herzensfreundin Monika Eichler verewigt hat. Die Verse werden die Szenerie rahmen, in der sich die in Stein gemeißelten Prototypen der Steinmetzerin präsentieren, während die Fantasien der jüngsten Gäste an den Arbeitstischen des angeleiteten Kinderworkshops Gestalt annehmen. Ein Gewebe aus nahen und fernen Kindheitsträumen möchte Martina Rohrmoser-Müller in ihrer Kunstlandstrich-Außenstelle in Groß Särchen entspinnen und natürlich auch auf der großen Schaukel über die Schmetterlingswiese schweben.