Die Band um Sänger Jim Kerr verkaufte bis heute mehr als 20 Millionen Platten und bereicherte die Rockgeschichte um fünf Nummer-1-Alben und diverse Charthits. Der größte war 1985 "Don't You (Forget About Me)", der danach nicht nur die Erkennungsmelodie, sondern auch eine Art Motto der Band wurde.
Den Wunsch, nicht vergessen zu werden, hat ja eigentlich jede Rockgruppe und die Simple Minds mussten dank ihrer Hits nicht wirklich befürchten, völlig aus dem Bewusstsein der Fans zu verschwinden. Allerdings sah es in den letzten Jahren zunehmend so aus, als würde die Erinnerung an die Schottenrocker vor allem auf der Nostalgieebene stattfinden. Die Musik des auf die zwei Gründungsmitglieder geschrumpften Simple Minds-Kerns - Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill - wurde in den Neunzigern mit jedem Album austauschbarer und fader. Der Esprit der frühen Jahre war weg, die mittelalt gewordenen Musiker waren im gehobenen Mittelmaß angekommen.
Erstaunlicherweise schafften die Herren mit dem aktuellen Album "Black & White 050505" eine Art kleines Comeback. Es sei das beste Album seit dem vor über zwanzig Jahren erschienenen "New Gold Dream", heißt es vielerorts über die Platte. Vor allem der Song "Stay Visible" wurde ein Hit, der sich durch das klassische Simple Minds-Charisma auszeichnete: schnörkellose Popmelodie, die sich im Hirn verhakt.
Das sahen die tausenden Fans am Montagabend in der Berliner Columbiahalle offenbar genauso, als sie den Song gleich zu Konzertbeginn bejubelten wie hernach natürlich besonders die Klassiker der Glasgower Band. Wobei der "Don't You"-Song natürlich die größte Begeisterung und Mitsingerei hervorrief, was Jim Kerr mal wieder in seiner Ansicht bestätigt haben dürfte, dass der legendäre "La, La, La La"-Song schlicht Allgemeingut geworden ist und man ihn deshalb trotz eines gewissen Überdrussgefühls einfach spielen muss.