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Das Cottbuser Ballett bleibt im Herzen

Greta Dato als Wendy in "Peter Pan”.
Greta Dato als Wendy in "Peter Pan”. FOTO: Marlies Kross
Mit ihnen durchlebte das Lausitzer Publikum magische Momente. Zum Ende der Spielzeit verlassen Greta Dato, Jason Sabrou und Niko Ilias König das Staatstheater Cottbus.

Die RUNDSCHAU wollte wissen, wo sie denn künftig Ballett machen wollen.

Was waren Ihre aufregendsten Momente auf der Bühne in Cottbus?
Dato Jede Spielzeit war spannend und emotional für mich. "Im Fluss der Zeit" aber war etwas ganz Besonderes. Ich habe viel gelernt. So beim Trio "Suite Nr. 2" von Uwe Scholz, einer großen Herausforderung. Technisch sehr schwer, weil auf Spitze getanzt. Das war viel Arbeit für meine beiden Partner und mich, auch weil es immer sehr elegant und leicht aussehen sollte. Unsere Zufriedenheit auf der Bühne nach der Premiere werde ich nicht vergessen.

Sabrou Unser Ballettabend "Pieces of Nyman & Purcell Pieces” war eine tänzerische Herausforderung, die nicht nur in Cottbus, sondern auch deutschlandweit Beachtung fand. Ich fühlte mich sehr geehrt, als ich danach von der Fachzeitschrift "Tanz" als Tänzer des Jahres 2014 nominiert wurde. Ein anderer Höhepunkt war die Uraufführung "Das Bildnis des Dorian Gray", die vom Choreografen Lode Devos mit mir in der Titelrolle entwickelt wurde. Leider konnte ich nur die Premiere tanzen. Ein Unfall zwang mich, meine Tänzerkarriere zu beenden.

König Für mich ist jede neue Produktion aufregend. Da ist es nicht einfach, etwas hervorzuheben. Zum ersten Mal habe ich in Cottbus in "Frida Kahlo" getanzt, gleich drei verschiedene Rollen. Dann begegnete ich in "Pieces of Nyman & Purcell Pieces" ein erstes Mal den Choreografen Adriana Mortelliti und Nils Christe. Wichtig für mich war auch die Zusammenarbeit mit Lode Devos: Die Rolle des Malers Basil in "Das Bildnis des Dorian Gray" war eine schöne Herausforderung.

Woran werden Sie unbedingt zurückdenken?
Dato An den "Max-Grünebaum-Preis", den ich im Herbst 2016 bekommen habe. Er ist für mich eine große Ehre und eine zusätzliche Motivation, noch härter zu arbeiten und mich jeden Tag zu verbessern.

Sabrou Daran, dass das Cottbuser Publikum unsere Ballettkompanie mit großer Aufmerksamkeit und Wohlwollen begleitet hat. Und daran, dass es uns trotzdem noch nicht gelungen ist, am Staatstheater Cottbus eine eigenständige Ballettsparte aufzubauen. Aber wir haben uns auf den Weg gemacht.

König An das abwechslungsreiche Repertoire, den starken Teamgeist, den wir uns in den letzten Jahren erarbeitet haben, und natürlich an die verschiedenen Menschen und Freundschaften, die sich gebildet haben.

Welche neue Herausforderung wartet auf Sie?
Dato Ich habe ab August ein Engagement am Hessischen Staatstheater Wiesbaden bekommen. Aber ich werde meine Kollegen vom Staatstheater Cottbus im Herzen behalten, besonders meinen Direktor Dirk Neumann. Ihm werde ich immer dankbar sein für die Chancen, die er mir gegeben hat.

Sabrou Meine nächste Herausforderung beginnt am 1. August mit der Aufnahme eines Direktstudiums an der Palucca-Hochschule für Tanz in Dresden im Masterstudiengang "Tanzpädagogik". Ich werde mich damit beruflich neu orientieren. Wenn ich meine Ausbildung beendet habe, würde ich mich in Cottbus gern mit einer abendfüllenden Choreografie vorstellen. Auch, um auf diese Weise meinen Dank an unser Publikum auszudrücken!

König Ich werde in Zukunft als freischaffender Tänzer und Choreograf an verschiedenen Orten tätig sein. Somit wird sich mein Leben um 180 Grad drehen, es wird spannend und voller neuer Herausforderungen, auch international.

Die Fragen an Greta Dato,

Jason Sabrou und Niko Ilias König stellte Ida Kretzschmar

Ballettvorstellungen bis Ende der Saison: Picasso! 15. Juni, 19.30 Uhr (letzte Vorstellung!), Das Bildnis des Dorian Gray, 17. Juni und 8. Juli, jeweils 19.30 Uhr (letzte Vorstellung!)

Jason Sabrou in "Pieces of Nyman”
Jason Sabrou in "Pieces of Nyman” FOTO: Marlies Kross
Niko Ilias König bei der Ballettgala 2017 in einer Uraufführung "Behind the curtain!"
Niko Ilias König bei der Ballettgala 2017 in einer Uraufführung "Behind the curtain!" FOTO: Marlies Kross