Romy Schneider mit Schiebermütze und Zigarette, Joseph Beus mit der Axt auf dem Sofa, Willy Brandt zur Zeit seines Rücktritts oder auf dem Rücken eines Esels, Alfred Hitchcock hinter einer Tür, Jackie Kennedy und ihre Schwester Lee Radziwill am Sarg von Robert Kennedy - Lebecks Bilder dürften fast jeden Deutschen erreicht haben. Im Berliner Martin-Gropius-Bau ist derzeit eine große Ausstellung mit diesen und weiteren Fotos von 1955 bis 2005 zu sehen (bis 23. März). Vor etwa zehn Jahren hat Lebeck die großen, schnellen, professionellen Kameras zur Seite gelegt. Heute fotografiert er nur noch gelegentlich. "Ich war fasziniert von der Kamera, das passte zu mir. Ich habe sehr viel fotografiert, war wie entfesselt. Daher war ich gezwungen, Bilder zu verkaufen", erzählt Lebeck. Er hatte nach dem Krieg zunächst Völkerkunde studiert, sich dann aber das Fotografie-Handwerk beigebracht. Die Anfänge waren mühsam, berichtet Lebeck. Die "Rhein-Neckar Zeitung" zum Beispiel nahm zwei der frühen Aufnahmen - "Ich war selig, ein großes Gefühl" - und zahlte dafür je acht Mark. Die Spesen für die Anfahrt mit der Vespa, die Filme, die Entwicklung, die Abzüge beliefen sich auf 56 Mark. Angesichts dieser Zahlen dachte Lebeck über die Arbeit als Fotograf: "Das ist leider doch nichts." Der Aufstieg gelang, weil er in der frühen Zeit trotz zunächst schlechter Aussichten dranblieb und ein sicheres Gespür für Situationen hatte. Andere Tageszeitungen wurden Abnehmer, Magazine kamen hinzu, neue Aufträge, auch für gut bezahlte Doppelseiten. Der Erfolg stellte sich ein, festigte sich und führte Lebeck um die Welt. Er prägte den deutschen Fotojournalismus zu einer Zeit, als sich die Magazine noch zu einem Gutteil über die Arbeit eigener Fotografen definierten. Lebeck, geboren in Berlin, wurde fester Fotograf beim "Stern" und Chefredakteur von "Geo". Zuvor waren die "Revue" und "Kristall" weitere Stationen. 1991 erhielt er den renommierten Dr.-Erich-Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie. 2007 bekam er als erster Fotograf den Henri-Nannen-Preis für sein Lebenswerk. Sein berühmtestes Bild schoss er 1960. In Leopoldville kam die Weltpresse zusammen, um über die Unabhängigkeitsfeiern von Belgisch Kongo von Belgien zu berichten. Dessen König Baudouin wurde im offenen Wagen chauffiert, als ihm ein Einheimischer plötzlich seinen prächtigen Säbel entriss und triumphierend davonlief. "Ich habe blitzschnell fotografiert, ich wusste nicht, ob ich das Bild hatte." Er hatte es, als Einziger. Die Aufnahme wurde zur fotografischen Ikone. Sie ist Symbol für den Niedergang der Macht der Weißen in Afrika. Was Lebeck auf einigen seiner vielen Reisen um die Welt noch ins Rechteck seines Suchers gefasst hat, zeigen die fast 400 Bilder des dreibändigen Werkes "Tokyo Moscow Leopoldville" (Steidl, Göttingen).