Und wenn die lange schwere Krankheit sein Kommen verhindert hätte, wollte der 77-Jährige wenigstens mit einem Interview per Video zugegen sein. Aber auch daraus wird nun nichts: Am 1. August, wie erst jetzt bekannt wurde, hat ihn der Tod von der Bühne des Lebens gerissen.
Traurig sind darüber nicht nur langjährige Cottbuser Theaterbesucher, sondern auch Filmfreunde. Martin Trettau hatte in DEFA-Filmen Menschen verkörpert, die durch ihre stille, oft unauffällige Tatkraft Alltag gestalteten. Nach seinem Debüt in Konrad Wolfs „Ich war 19“ (1968) machte der Schauspieler mit dem markanten Gesicht in solchen Streifen wie „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“ , „Aber Vati“ , „Einfach Blumen aufs Dach“ , „Sabine Kleist, sieben Jahre“ und „Pelle der Eroberer“ auf sich aufmerksam. Als seinen größten Filmerfolg empfand er die Titelrolle in „Bahnwärter Thiel“ unter der Regie von Hans-Joachim Kasprzik.
Große Rollen hatte Trettau auch auf der Cottbuser Theaterbühne gespielt. Unter anderen gab er hier einen dämonischen Mephisto im „Urfaust“ . Er gestaltete den Figaro in „Der tolle Tag“ , den Puck in „Ein Sommernachtstraum“ und den Truffaldino in „Diener zweier Herren“ .