Mit insgesamt sieben Produktionen bietet die Reihe einen Einblick in die wechselseitigen filmischen Verbindungen zwischen den beiden Regionen.

Schon über viele Jahre hinweg arbeiten osteuropäische Filmnationen mit ihren italienischen Kollegen zusammen. Aktuellste Entwicklung dabei ist der Koproduktionsfund "RE-ACT" ("Regional Audiovisual Cooperation und Training") des Friuli Venezia Giulia Audiovisual Fund, des Croatian Audiovisual Centre und des Slovenian Film Centre, dessen Gründung während der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele in Venedig bekannt gegeben wurde.

Mit "Tir"(Italien, Kroatien 2013) wurde für "globalEast" exemplarisch ein italienisch-kroatisches Gemeinschaftswerk ausgewählt, das auf Filmfestivals international viel Beachtung fand. Regisseur Alberto Fasulo, der seinen Film in Cottbus persönlich vorstellen und gleichzeitig auch Teil der Dialog-Jury sein wird, erzählt die Geschichte des kroatischen Fernfahrers Branko. Fast schon dokumentarisch nähert er sich dem Alltag des Dauerreisenden, weit weg von der Familie, ständig auf dem Weg von A nach B quer durch Europa.

Traditionell eng miteinander verbunden ist das Filmschaffen Italiens und Albaniens. "Bota" (Albanien, Italien 2014) der albanischen Regisseure Iris Elezi, die während des Festivals in Cottbus ist, und Thomas Logoreci vertritt diese intensive Zusammenarbeit. Im Café "Bota", Albanisch für "die Welt", irgendwo in der albanischen Provinz, passiert meist nicht besonders viel - bis ein italienischer Bautrupp auftaucht.

Dass nicht immer nur Gelder aus dem Westen osteuropäische Projekte fördern, sondern es auch andersherum geht, das zeigt "Late Season" / "La Mezza Stagione" (Italien, Rumänien 2014). Die süditalienische Kleinstadt-Studie wurde mit rumänischer Unterstützung realisiert und gibt einen Einblick in den trostlosen Alltag dreier Protagonisten und deren Umgang mit der Geräuschkulisse der Stadt.

Um Realitäten des Alltags in Italien geht es auch in "Ma Class" / "La Mia Classe" (Italien 2013) von Daniele Gaglianone. Immigranten verschiedener Nationen, von der Ukraine über Ägypten bis nach Bangladesch, treffen in einem Italienisch-Sprachkurs aufeinander. Die Schüler und deren Schicksale sind echt. Allein der Lehrer ist Schauspieler - ein filmisches Experiment, das auch nach der Verantwortung des Filmemachers in einer von globalen Problemen gekennzeichneten Welt fragt.

Szenische Erinnerungen an das Leben aus dem italienisch-slowenischen Grenzgebiet unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg liefert der Kurzfilm Schuhe aus Trieste" / "Suolni is Trsta" (Deutschland 2014), während die Kurzdokumentation "Winter" /"Zima" (Russland 2013) in majestätischen Bildern die kalte Jahreszeit porträtiert.

Bildgewaltig geht es auch in Lech Majewskis "Field of Dogs" / Psie Pole" (Polen 2014) zu: Von der italienischen Presse als "Wiedergeburt Dantes in Polen" gefeiert, vereinigen sich surrealistische, oftmals malerische Bilder mit der Rezitation der "Göttlichen Komödie" zu einem Gesamtkunstwerk