Die Deutschen haben in Cannes nicht nur mit ihren Filmen wieder an Prestige gewonnen, sondern auch mit ihren Festen. Im prachtvollen Palmengarten der privaten Villa Babylone feierten beim deutschen Empfang am Montagabend rund 1000 internationale Gäste.
Im Swimmingpool schwammen dicke Kerzen, an den Bars nebenan floss der Champagner. Til Schweiger und seine Frau Dana zogen beim Tanz die Blicke auf sich, und Berlinale-Chef Dieter Kosslick pflegte fröhlich Kontakte.
Dass die Staatsministerin für Kultur, Christina Weiss, erst gegen Mitternacht kam und ihre angekündigte Rede ausfiel, störte das bestens gelaunte Partyvolk kaum. Seit einem Jahr traut sich "German Films", die Auslandsvertretung der deutschen Filmwirtschaft, den großen Abendauftritt in Cannes zu. Die während des Festivals täglich erscheinenden Branchenblätter bewerten nicht nur die Kunst auf der Leinwand mit scharfem Blick, sondern auch das Drumherum.
Der "Hollywood Reporter" urteilt auch über die gesellschaftlichen Events und verteilt Punkte im "Martini-Ranking". Und da schneidet der Hamburger Regisseur Fatih Akin, der in diesem Jahr in der Wettbewerbsjury sitzt, mit vier Martinis hervorragend ab. Musiker aus seinem Dokumentarfilm "Crossing The Bridge - The Sound of Istanbul" verbreiteten orientalische Stimmung und lockten zum Bauchtanz.
Als Akin dann selbst als DJ auflegte, kannten auch seine Jury-Kollegen Salma Hayek und Javier Bardem kein Halten mehr.