Doch am Freitagabend gönnte sich der 31-jährige Filmemacher ("Solino", "Gegen die Wand") ein ureigenstes Bad in der Menge. Er zeigte im voll besetzten Salle Buñuel des Festivalpalastes vor seinen Eltern, Freunden, Kollegen und einigen glücklichen Ticket-Eroberern sein neuestes Werk: den Musik-Dokumentarfilm "Crossing The Bridge - The Sound Of Istanbul".
Anfangs tat ihm der Ruf in die Jury fast leid, erfahren die Zuschauer. Aber dann sei Akin versichert worden, dass sein Film trotz seiner unbedingt objektiven Richter-Rolle aufgeführt werden könne - nur außer Konkurrenz. Die Zuschauer folgen dem Bassisten der Band "Einstürzende Neubauten" durch das Istanbul des dritten Jahrtausends. Eine Großstadt zwischen Orient und Okzident, in der Klänge von Rock über HipHop bis hin zu klassischer "Arabesque-Musik" aufeinander treffen. Spätestens, als die junge Kurdin Aynur die phantastische Akustik eines Jahrhunderte alten türkischen Bades für ihre poetisch-politischen Lieder nutzt, klatscht das Publikum - auch, weil es von dem herrlich ungekünstelt auftretenden Akin verzaubert ist. Strahlend nimmt er die Glückwünsche seiner Jury-Kolleginnen, darunter Salma Hayek, entgegen. Selbst Jury-Prä ;sident Emir Kusturica hatte sich freiwillig den 23. Film in elf Tagen angetan. Und war offenbar begeistert.