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| 02:43 Uhr

Bytes und Berlinale

Ticketvergleich in Berlin.
Ticketvergleich in Berlin. FOTO: dpa
Berlin. Ein paar besonders leidenschaftliche Kinofans brachten sogar den Schlafsack und den Campingstuhl mit: Am Montagvormittag hat der Kartenverkauf für die 65. Berlinale begonnen. Das Festival ist auf das digitale Zeitalter eingestellt. dpa/ik

Die Zeit beim Schlangestehen nutzen viele Filmfans für die Planung und zum Plausch mit Gleichgesinnten. Bärenlogos und Plakate ringsum stimmen auf das elftägige Festival ein. Dort laufen vom 5. bis 15. Februar rund 440 Produktionen aus aller Welt.

Tickets gibt es von 10 Uhr bis 20 Uhr an den Schaltern in den Arkaden am Potsdamer Platz, im Kino International, im Haus der Berliner Festspiele sowie neuerdings beim Autohersteller Audi am Kurfürstendamm.

Mit der Handy-App oder dem Programmheft beginnt das große Tüfteln: Die Besucher können Karten zumeist drei Tage vor der Vorführung kaufen. Bei Wiederholungen der Wettbewerbsfilme fängt der Vorverkauf vier Tage vorher an.

Die Karten kosten dieses Jahr, soweit nicht anders angegeben, zehn Euro, das ist ein Euro mehr als im Vorjahr. Für den Wettbewerb im Berlinale-Palast bleibt es bei 13 Euro. Mit ein bisschen Glück bekommt man die Karten auch im Internet. In den Kinos kann man es am Tag der Vorstellung versuchen.

Die Berlinale hängt am seidenen Faden - genauer: an tausenden, fast hauchdünnen Fäden. Wie ein Spinngewebe breiten sich Bündel von Glasfasern unter den Straßen aus, kilometerweit aus einem Rechenzentrum in Berlin-Moabit. Durch das Netz fließen die Filme als gigantische Byte-Ströme in mehr als 61 Kinosäle in der Stadt.

Die Berlinale hat das digitale Zeitalter erreicht. Längst haben Datenpakete die Filmrolle ersetzt, der analoge Projektor ist Geschichte. Auch bei der Berlinale hat die Beamer-Ära begonnen.

Im Bauch des Potsdamer Platzes fühlt sich die neue Zeit noch ein wenig irreal an. Anselm Heller blickt durch das kleine Fenster im Projektionsraum etwas traumverloren in den Kinosaal. "Knopf drücken, dann läuft's", sagt der Filmvorführer im "Arsenal" an einem der Beamer. Heller hat seinen Beruf vor zwei Jahrzehnten an traditionellen Geräten gelernt. Noch oft legt er Rollen für die Vorführungen in die alten Kino-Maschinen.

Hunderte Filme der Deutschen Kinemathek lagern im Keller des Sony-Centers - Klassiker und Kinoexperimente als Konserven einer verblichenen Ära. Doch auch das Filmmuseum stellt auf Digital um.