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Bulgarien im Grenzgänger-Projekt

Thomas Frahm will Brücken bauen zwischen dem Balkan-Land Bulgarien und Deutschland.
Thomas Frahm will Brücken bauen zwischen dem Balkan-Land Bulgarien und Deutschland. FOTO: Andreas Keiser-Muenchen
Hoyerswerda. "Zweite Heimat Bulgarien – Thomas Frahm erzählt", heißt es zur nächsten Lesung des Grenzgänger-Projekts der Robert-Bosch-Stiftung, zu der der Hoyerswerdaer Kunstverein am Freitag um 19 Uhr ins Schloss Hoyerswerda einlädt. Martin Schmidt / dbr1

() Der Schriftsteller Thomas Frahm (Sofia/Duisburg) ist einer der besten Kenner Bulgariens, dessen wechselhafter Geschichte, vielfältigen Kultur und Literatur. In Hoyerswerda stellt er sein Buch "Die beiden Hälften der Walnuss" - ein Deutscher in Bulgarien - vor. Thomas Frahm lebt - sagen seine Freunde - seit dem Jahr 2000 ein halbes Jahr in Deutschland, die andere Hälfte in Sofia. Seine Bücher erzählen eindrucksvoll von seiner Wahlheimat, von deren Geschichte und den Problemen am Rande Europas. Er engagiert sich für die Bücher bulgarischer Autoren, die er nicht nur übersetzt, sondern auch in eigenen Verlagen veröffentlicht, weil bei deutschen Verlagen kein Interesse vorhanden oder es zu gering ist.

Er legt nicht nur eine eindrucksvolle Analyse des gegenwärtigen Bulgariens vor, die Lebensweisen und Schönheiten des Landes kennt er seit Jahrzehnten. Er hat sie eingehend studiert und erzählt anregend davon.

Der 1961 in Homburg am Niederrhein geborene Wanderer zwischen Deutschland und Bulgarien nennt das Balkanland ein "vergessenes Land". Er klagt darüber nicht, sondern übersetzt bulgarische Literatur, um sie in Europa bekannt zu machen.

In seinem Buch "Die beiden Hälften der Walnuss" erzählt Thomas Frahm "von Gastfreundschaft und Großmannssucht, Minderwertigkeitsgefühlen und Improvisationstalent. Und leitet seine Beobachtungen von den Umständen ab, unter denen Bulgaren leben", schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Mit seinen Büchern "Oh Bulgarien - Land und Leute", "Träume ohne Schlaf" - bulgarische Frauengeschichten - mit mehreren Gedichtbänden und mit Essays wirbt Thomas Frahm für seine zweite Heimat. Von dieser wird er an dem Abend im Schloss Hoyerswerda berichten. Mit offenem, kritischem Blick fordert er zum Gespräch heraus. Alle Interessenten sind herzlich willkommen.

Mit Thomas Frams beginnt der Hoyerswerdaer Kunstverein gemeinsam mit der Robert-Bosch- Stiftung authentische Stimmen aus Ländern der Balkan-Literatur im Schloss Hoyerswerda vorzustellen. "Grenzgänger" heißt die Reihe, in der der Kunstverein seit mehr als zwei Jahren gemeinsam mit seinem Partner Berührungsängste abbauen und Neugier auf grenzüberschreitende Dichtkunst befördert.

Die Reihe kommt gut an. Und doch hoffen die Veranstalter auf noch mehr Besucher, hat sie doch eine große Brisanz. Es kommen Schriftsteller, um die man sich in der literarischen Welt reißt. Vor allem für Schüler wäre es lebendiger Literaturunterricht. "Denn alles kommt direkt aus dem Kopf und dem Herzen", so die Veranstalter.