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Bühnen sollen öfter in die Fläche

Die Neue Bühne Senftenberg (l.) und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (r.) sollen künftig als Landesbühnen arbeiten.
Die Neue Bühne Senftenberg (l.) und die Uckermärkischen Bühnen Schwedt (r.) sollen künftig als Landesbühnen arbeiten. FOTO: Steffen Rasche/Udo Krause/Montage: Schubert/lr
Potsdam. Die Uckermärkischen Bühnen Schwedt und die Neue Bühne Senftenberg sollen künftig als Landesbühnen arbeiten. Unter dem Label "Theater für Brandenburg" sollen sie neben ihrer traditionellen Arbeit in den eigenen Häusern verstärkt Gastspiele in Städten absolvieren, die zwar eine Spielstätte, aber kein eigenes Theaterensemble haben. Benjamin Lassiwe / iwe1

Das kündigten Kulturministerin Martina Münch (SPD) und die Intendanten Manuel Soubeyrand und Reinhard Simon am Mittwoch in Potsdam an. "Wir wollen die Möglichkeit von Gastspielen und kulturellen Angeboten im Land weiter verstärken", sagte Münch in Potsdam.

Dazu sollen beide Bühnen in diesem Jahr 120 000 Euro und im kommenden Jahr 260 000 Euro zusätzlich vom Land Brandenburg erhalten.

Soubeyrand erklärte, schon bei seiner Bewerbung als Intendant habe er die Gründung von Landesbühnen vorgeschlagen. Das Theater Senftenberg habe zu DDR-Zeiten teilweise bis zu 250 Gastspiele im Jahr unternommen. Heute seien allerdings viele Spielstätten von damals nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nutzbar.

Das Kulturhaus in Plessa (Elbe-Elster) etwa beschrieb Soubeyrand als "eingefrorene 60er-Jahre". Dort gebe es einen Bühnenaufzug, der zu klein für die Anforderungen seines Theaters sei.

Ähnlich sei es in Luckau, wo man früher im Kino Capitol aufgetreten sei. Dort gebe es zwar immer noch in einem Teil des Gebäudes Möglichkeiten für Auftritte, jedoch verfüge das Gebäude nur über eine Toilette und keine Heizung.

"Solche Orte wieder zu aktivieren, wird eine zentrale Aufgabe", sagte Soubeyrand. Gerade für Schüler ohne Führerschein oder Senioren, die nachts nicht mehr dunkle Straßen entlangfahren möchten, sei es wichtig, dass das Theater in die Fläche komme.

Simon verwies darauf, dass auch die Kommunen, in denen Tourneegastspiele stattfinden sollen, finanziell dazu beitragen müssten, dass dies geschehe. Er habe Kommunen erlebt, in denen der Bürgermeister sagte, "für 700 Euro kannst Du Dir den Saal mieten und dann da spielen". Tatsächlich seien für die Aufführung eines Musicals Zuschüsse von etwa 5000 Euro nötig, so der Intendant. "Die Spielstättenförderung in den Kommunen muss deutlich erhöht werden", so Simon. "Die Kommunen müssen sich uns leisten können." Es gehe nicht darum, "in jeder Dorfkneipe zu spielen." Vielmehr sei es sein Ziel, fünfjährige Verträge mit Städten und Gemeinden zu schließen, um zuverlässige Angebote auch über einen längeren Zeitraum zu machen.