Eine unerschöpfliche Beobachtungsenergie und ein "erfrischend unfeierlicher Spielwitz" zeichneten ihre Romane aus, begründete die Akademie die Entscheidung für die 59-Jährige.

Lewitscharoff bezeichnet sich selbst als "eine kleine, tapfere Schriftstellerin im Literatur-Kanon". Sie liebe es, die Grammatik voll auszuschöpfen. "Und ich liebe es, feurig mit Freunden zu diskutieren. Das zeigt sich auch in meinen Texten", erzählte sie in einem Interview nach der Bekanntgabe der Auszeichnung.

Die gebürtige Stuttgarterin reiht sich ein in eine ansehnliche Liste bisheriger Preisträger: Gottfried Benn (1951) gehört dazu, Erich Kästner (1957), Günter Grass (1965), Heinrich Böll (1967), Friedrich Dürrenmatt (1986) und Martin Mosebach (2007) ebenso. Im vergangenen Jahr wurde Felicitas Hoppe ausgezeichnet.

Der Preis erinnert an den deutschen Revolutionär und Dramatiker Georg Büchner ("Woyzeck"). Der wegweisende Autor des 19. Jahrhunderts starb 1837 mit nur 23 Jahren an Typhus im Exil in Zürich.