Bekannt als leidenschaftlicher Gartenkünstler und erfolgreicher Reiseschriftsteller war Pückler-Muskau zugleich täglicher Verfasser und Empfänger von unzähligen Briefen. Korrespondenzen bestimmten seinen Alltag, seinen Tagesablauf, seine Reisen, seine Gedanken, seine literarischen und landschaftsgestalterischen Werke. Pückler nutzte Briefe intensiv als Medien des Austausches, der Berichterstattung, der Selbstreflexion und Selbstinszenierung, als Ideenspeicher, literarisches Übungsfeld oder als semantischen Flirt- und Liebesraum, der ihm alle Freiheiten bot. Der in der Reihe edition branitz erschienene Band beleuchtet erstmals die vielen Facetten von Pückler-Muskaus Briefwerk, teilte die Fürst-Pückler-Stiftung mit. Neben Fragen der Nachlasserschließung, der literarischen Dimension und historischen Bedeutung ausgewählter Briefwechsel und aktuellen Editionsprojekten rücken die Themen Adligkeit und Literatur, Pücklers Selbstinszenierung und seine Rolle in anderen Briefwechseln der Zeit ins Blickfeld. Außerdem stehen die Verbindung von Landschaftskunst und Briefkultur sowie die Materialität der Zeugnisse und zeitgenössische Sammelpraktiken von Autographen im Fokus.

Briefnetzwerke um Hermann von Pückler-Muskau, hrsg. von Jana Kittelmann im Auftrag der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (=edition branitz 11), Thelem Universitätsverlag, 240 Seiten, zahlr. Abbildungen., 25 Euro