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Literatur und Debatte
Brechts „Flüchtlingsgespräche“ im Schloss Hoyerswerda

Hoyerswerda. Am 10. Februar von 120 Jahren wurde der Dramatiker Bertolt Brecht geboren. Am Donnerstag dieser Woche stellt ab 17 Uhr Uwe Jordan im Schloss Hoyerswerda Brechts „Flüchtlingsgespräche“ vor, teilt der Hoyerswerdaer Kunstverein mit. Martin Schmidt

Am 10. Februar vor 120 Jahren wurde der Dramatiker Bertolt Brecht geboren. Am Donnerstag dieser Woche stellt daher ab 17 Uhr Uwe Jordan im Schloss Hoyerswerda Brechts „Flüchtlingsgespräche“ vor, teilt der Hoyerswerdaer Kunstverein mit.

Die Texte entstanden 1940/41, als Bert Brecht mit seiner Familie auf der Flucht in Finnland war und am Theaterstück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ arbeitete. Zwei Männer  – Ziffel, ein Arbeiter, und Kalle, ein Physiker, beide Flüchtlinge aus Deutschland, unterhalten sich beim Bier über Gott und die Welt.  Am Anfang heißt es: „Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch . . “ Die beiden sprechen über Essen, Trinken, Vergangenheit und Gegenwart, über Krieg und Frieden, über die Schweiz, Frankreich, Dänemark und Schweden, über Demokratie und Terror, über Ordnung und Unordnung. Da geht es kurios oder ironisch, geistreich und heiter zu. Etwa: „Wo nichts am rechten Platz liegt, ist Unordnung. Wo am rechten Platz nichts liegt, ist Ordnung“.

Die Texte entstanden in mehreren Etappen, wurden weder vollendet noch zu Brechts Lebzeiten veröffentlicht, sondern erst  fünf Jahre nach seinem Tod. Dann fanden sich Theaterleute, die diese Dialoge auf die Bühne brachten. „Brecht verführt durch Widersprüche und Zweifel zum Nachdenken“, erklärt der Kunstverein weiter. „Seine Ideen verlocken nicht nur zum Lachen, sondern vielmehr zum Gespräch.“