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| 17:54 Uhr

Legendäre Filmmusik
007 – Geheime Mission in der Werkhalle

Große Stimmen und ein großartiges Orchester: Angelika Weiz (l.) und Katherine Merling feiern mit dem Filmorchester Babelsberg einen Mythos.
Große Stimmen und ein großartiges Orchester: Angelika Weiz (l.) und Katherine Merling feiern mit dem Filmorchester Babelsberg einen Mythos. FOTO: Arlt Martina
Schwarze Pumpe. Filmreif: Am Sonntag trafen die Brandenburgischen Sommerkonzerte zum ersten Mal auf Industriekultur in Schwarze Pumpe. Von Ida Kretzschmar

Geschüttelt, nicht gerührt, so trinkt James Bond seinen Martini am liebsten. Wobei sich 007 nicht an die klassischen Barkeeper-Regeln hält. Aber durch das Schütteln kommt das Getränk viel intensiver mit dem Eis in Kontakt als durch Rühren.

Diese unglaubliche Intensität ist auch am Sonntagabend in einer Werkhalle in Schwarze Pumpe zu spüren. Denn hier werden die Brandenburgischen Sommerkonzerte erstmals mit Industriekultur zusammengeschüttelt – im einstmals größten Braunkohlenveredlungswerk der Welt, wie Hausherr Toni Genahl von der Tagebaue Lausitz Energie Bergbau AG eingangs erinnert. Heilwalt Kröner, Vorstandsvorsitzender Brandenburgische Sommerkonzerte, freut sich über den neuen Kooperationspartner, der es bereits vor dem ausverkauften Konzert dem Publikum ermöglichte, das Industrieparkgelände mit seinem breiten Mix aus kleinen und großen Betrieben auszukundschaften.

„Geheime Mission im Industriepark“ ist dann im Konzert angesagt. Wobei das Filmorchester Babelsberg nicht weniger legendär ist als der berühmte Geheimagent, auf jeden Fall ist es älter, reichen doch seine Wurzeln schon 100 Jahre zurück. Darauf verweist Filmkritiker Knut Elstermann, der die Nacht mit James Bond unterhaltsam moderiert.

Die Züge in der Instandhaltungshalle aber sind die passende Kulisse für die Musik aus der erfolgreichsten Filmserie der Filmgeschichte, bringt er die coole Zugszenen aus dem zweiten James-Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ in Erinnerung. Durchaus passend, ist doch Russland zum ersten Mal Partnerland der Brandenburgischen Sommerkonzerte. Ansonsten spielt dieser Film an diesem Abend nur insofern eine Rolle, dass sein musikalisches Action-Thema unter der Bezeichnung „007“ in den Soundtrack vieler Bond-Filme variantenreich einfließt.

Wie eine Wespe über dem Kaffeetisch aber kreist das James-Bond-Thema des Londoner Komponisten Monty Norman unverkennbar über jeden dieser Kult-Streifen. Seit „Doctor No“ leiten diese mystischen Akkorde alle James-Bond-Filme ein, und auch hier stehen sie am Anfang der Filmmusiknacht. Kultstatus hat auch „Goldfinger“ aus dem Jahre 1965, nicht nur in der Interpretation von Shirley Bassey. In Schwarze Pumpe verbreitet „die deutsche Queen of Soul“, wie Angelika Weiz angekündigt wird, (auch Jazz-Königin wäre angemessen) mit ihrer kraftvollen Stimme mehr als einen Hauch des Mondänen.

Beim „Diamantenfieber“ gesellt sich dann die „Deutsche Stimme von Edith Piaf“ hinzu. Katherine Mehrling, Star der Komischen Oper Berlin, blond und zierlich, aber mit einer brillanten Stimme, die einen umhaut. Gemeinsam mit der Jazz-und Soul-Ikone lässt die Chansonnette die Diamanten zu schwebenden Klängen funkeln. Gleich danach flirtet sie mit Roger Moore, dem softesten Bond aller Zeiten, zu der Musik aus „Der Spion, der mich liebte“.

Dazwischen gibt das Babelsberger Filmorchester auch Ulrich Tewes am Saxofon und Ralf Zickerick an der Posaune Raum und schlägt dabei immer wieder eine härtere Gangart an. Der Geheimdienst ist schließlich kein Häkelverein.

Da erklingt „Live and let die“, der Hippie unter den James-Bond-Streifen. Die Musik von Linda und Paul McCartney wurde für den Oscar nominiert. Und auch im Industriepark Schwarze Pumpe steigt von Musikstück zu Musikstück, von einer geheimen Mission zu nächsten, die Stimmung, werden Musiker und Solisten zwischen „Golden Eye“, „Skyfall“ und „Casino Royale“ von den mehr als 800 Zuschauern fast wie in Hollywood gefeiert. Ein filmreifes Brandenburgisches Sommerkonzert, zu dem auch Sachsen aus Hoyerswerda und Dresden gekommen sind und Berliner gemeinsam mit Sprembergern diesen geschüttelten Bond-Cocktail genießen.

Das nächsten Sommerkonzert in der Region gibt es am 8. Juli in Burg.

www.brandenburgische-sommerkonzerte.org