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Blütezeiten für Kunst über die Region hinaus

Feuriger Zirkuszauber überraschte die Besucher zur Fusionsfeier am Dieselkraftwerk.
Feuriger Zirkuszauber überraschte die Besucher zur Fusionsfeier am Dieselkraftwerk. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus/Frankfurt. Es ist vollbracht. Cottbus und Frankfurt (Oder) gaben am Samstag ihr Ja-Wort für das Brandenburgische Landesmuseum (BLmK) für moderne Kunst. Ida Kretzschmar

Goldene Einladungskarten zur Vermählung des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus und des Museums Junge Kunst Frankfurt (Oder) versprechen goldene Zeiten. Zumindest "Blütezeiten", wie sie der Kulturgeschäftsleiter der Stadt Cottbus, Berndt Weiße, in Anspielung auf die aktuelle Ausstellung im Dieselkraftwerk nennt.

Wie nicht nur der gegenwärtige, sondern noch so mancher Paukenschlag der Moderne zu erwarten ist, auch wenn es im Vorfeld manchmal heiß herging. Ohnehin werden "Szenen einer Ehe" nicht ausbleiben, wie das Kanuballett von Katrin und Hans-Georg Wagner im Anschluss an den Festakt eindrucksvoll auf dem Amtsteich am Cottbuser Dieselkraftwerk demonstriert.

Die Mitgift der Landesregierung kann sich sehen lassen: 1,3 Millionen Euro, rund 450 000 Euro mehr als bisher, sind ab 2018 für die einzigartige Sammlung versprochen. Das Finanzierungsabkommen wird in beiden Städten unterzeichnet.

"So beginnt nun eine neue Ära in der Präsentation von Kunst in Brandenburg, ein kultureller Leuchtturm, der über die Region hinaus strahlt, national und international", hofft die Brandenburgische Kulturministerin Martina Münch (SPD).

Gedanken, die in den Festreden, in Cottbus und Frankfurt immer wieder auf neue Weise auftauchen. Der Vorstandsvorsitzende der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder), Martin Roeder, ist überzeugt, dass durch die Fusion eine wirkungsmächtigere Sammlung entsteht. Die drei Ausstellungsorte im Cottbuser Dieselkraftwerk, im Packhof und in der Rathaushalle Frankfurt (Oder) markieren Energie, Transformation, Demokratie.

Direktorin Ulrike Kremeier, deren Biografie zwar weit westlicher begann, angereichert mit französischem Flair, wird hier Lausitzer Sturheit attestiert, weil sie sich für diese einzigartige Kunstsammlung aus dem Osten starkmacht. Für sie ist das nicht die Geburtsstunde des Brandenburgischen Landesmuseums, sondern eine Wiedergeburt: "Geschichte und Geschichten beider Museen nehmen eine andere Form an", sagt sie.

Und so präsentiert sich auch das Feierprogramm formvollendet. In Cottbus streuen der Circus Maximus(eum) wie die Ausstellung im Dieselkraftwerk "Zirkuszauber" unter die Leute. Die Hochzeitsgäste in Frankfurt (Oder) landen mitten in der Subkultur made in G.D.R.

Zum Thema:
Gudrun Kummer (60) aus Cottbus: Ich war skeptisch, umso mehr freue ich mich über die Worte der Ministerin, dass das Landesmuseum kein Sparmodell ist. Das klingt Erfolg versprechend. Ich war noch in keiner Ausstellung. Das wird sich jetzt ändern. Markus Meier (30), BTU-Student: Ich habe mit meiner spanischen Freundin und ihrem kleinen Markus den Artisten zugesehen. Das ist wirklich ein schöner Zirkuszauber hier. Ich war auch schon mal zum Tag der offenen Tür hier. Interessant, was hier passiert.

Der Frankfurter OB Martin Wilke (parteilos) schenkt Direktorin Ulrike Kremeier eines der Gründungsplakate des Museums Junge Kunst.
Der Frankfurter OB Martin Wilke (parteilos) schenkt Direktorin Ulrike Kremeier eines der Gründungsplakate des Museums Junge Kunst. FOTO: Michael Benk/mbn1
Kanuballett "Szenen einer Ehe" in Cottbus.
Kanuballett "Szenen einer Ehe" in Cottbus. FOTO: Michael Helbig/mih1
Hermann Naehring am Marimbafon zur Feier in Frankfurt.
Hermann Naehring am Marimbafon zur Feier in Frankfurt. FOTO: : Michael Benk/mbn1
Artisten in farbenprächtigen Kostümen beherrschten die Szenerie in Cottbus.
Artisten in farbenprächtigen Kostümen beherrschten die Szenerie in Cottbus. FOTO: Michael Helbig/mih1