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"Blaubart" in einer Neufassung

Kriegim Zeitraffer Der Erste Weltkrieg auf gut 125 Seiten: Der französische Schriftsteller Jean Echenoz setzt in seinem Roman "14" auf das Mittel der Reduktion, wie schon im Titel deutlich wird. Der Effekt ist beeindruckend. dpa/ik dpa/ik dpa/ik

Allein wegen seines geringen Umfangs fällt das Büchlein derzeit im Buchhandel in der Auslage zum Ersten Weltkrieg auf, dessen Beginn sich zum 100. Mal jährt. Der in Paris lebende Prix-Goncourt-Preisträger lässt das Kriegsgrauen an einem Tag mit "praller Augustsonne" beginnen, an dem sich Anthime in Westfrankreich auf sein Rad schwingt und seinen freien Samstag genießt. Seine Gedanken werden vom Sturmgeläut unterbrochen. Mobilmachung. Der 1947 in Südfrankreich geborene Schriftsteller beschreibt eindrucksvoll den Weg Anthimes, der ihn begreifen lässt, was Krieg bedeutet. Das Werk erschien 2012 in der Originalausgabe. Jean Echenoz: 14, Hanser Verlag, 128 Seiten, 14,90 Euro.

"Blaubart" in einer Neufassung

Im Märchen "Blaubart" bringt ein Ritter nacheinander seine allzu neugierigen Ehefrauen um, bis er eines Tages in einer jungen Edeldame seine Meisterin findet. Die düstere Geschichte dient der belgischen Erfolgsautorin Amélie Nothomb als Grundlage für ihren neuen gleichnamigen Roman. Nur hat sie die Kulisse in das Paris der Gegenwart verlegt. Die junge Saturnine ist eine von vielen Bewerberinnen für ein Zimmer in einem eleganten Pariser Stadtpalais. Es ist äußerst komfortabel und dafür verdächtig günstig. Von ihren Mitbewerberinnen erfährt sie, was der Haken daran ist: Keine der acht Frauen, die bisher hier Untermieterinnen waren, ist je wieder aufgetaucht. Einmal mehr zeigt sich Nothomb in diesem Roman als Meisterin des Dialogs. Amélie Nothomb: Blaubart. Diogenes Verlag, 160 Seiten, 18,90 Euro.

Terrorismus auf vielen Ebenen

Eine höchst gefährliche Verschwörung steht im Hintergrund von Daniel Silvas neuem Thriller "Das Attentat". Im Vatikan, wo Silvas Serienheld Gabriel Allon als Restaurator arbeitet, liegt eines Tages eine Angestellte der Antikenverwaltung des Vatikans tot im Petersdom. Allon, Experte in Kunstgeschichte ebenso wie in Geheimdienstarbeit, findet heraus, dass Kunstschätze aus dem Vatikan gestohlen wurden. Offenbar sollen sie dazu dienen, Terroristen zu finanzieren. Silva sorgt für Dauerspannung, auch wenn Gut und Böse mitunter sehr klischeehaft daherkommen. Daniel Silva: Das Attentat, Pendo Verlag, 432 Seiten, 19,99 Euro.