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Bittersüße Liebe – "Rückkehr nach Montauk"

Berlin. (dpa/ik) Heilt die Zeit tatsächlich alle Wunden? Im neuen Film von Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff müssen sich diese Frage zwei Menschen stellen, die vor vielen Jahren ein Liebespaar waren. "Rückkehr nach Montauk" heißt die bittersüße Beziehungsgeschichte.

Der 78-jährige "Blechtrommel"-Regisseur Schlöndorff arbeitete zuletzt in Filmen wie "Diplomatie" und "Der neunte Tag" vor allem die Zeit des Nationalsozialismus auf. Mit Nina Hoss ("Phoenix") und Stellan Skarsgård (Nymphomaniac") in den Hauptrollen erzählt er nun eine zarte, ganz private Geschichte, in der das Weltgeschehen nur ein leises Echo aus der Ferne ist.

Schlöndorffs bei der diesjährigen Berlinale im Wettbewerb gezeigter Film ist eine Hommage an Max Frischs Erzählung "Montauk". Mit dem 1991 gestorbenen Schweizer Schriftsteller Frisch verband den deutschen Regisseur eine enge Freundschaft. Frischs "Montauk" war stark autobiografisch gefärbt. Schlöndorffs "Rückkehr nach Montauk" löst sich von der Vorlage, der Regisseur schöpft aus eigenen Erfahrungen und gibt der tragischen Liebesgeschichte eine universellere Botschaft.

So entschloss sich Schlöndorff, zusammen mit dem irischen Autor Colm Tóibín eine eigene, neue Story zu schreiben. "Ein Schriftsteller kommt mit seiner Frau oder Freundin nach New York, um sein jüngstes Buch vorzustellen, und in der Stadt lebt eine andere Frau, die einmal sehr wichtig war in seinem Leben", fasst Schlöndorff die Handlung zusammen.

Deutschland 2017, 106 Min., FSK ab 0, von Volker Schlöndorff, mit Nina Hoss, Stellan Skarsgard