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Bitte keinen Borowski mehr!

Nach einem Brand in seiner Wohnung schleppt sich Borowski (Axel Milberg, li.) auf die Straße. Die Kollegen tippen auf einen Molotov-Cocktail, den jemand in seiner Wohnung entzündet hat.
Nach einem Brand in seiner Wohnung schleppt sich Borowski (Axel Milberg, li.) auf die Straße. Die Kollegen tippen auf einen Molotov-Cocktail, den jemand in seiner Wohnung entzündet hat. FOTO: (NDR Presse und Information)
Krimi-Kolumne. Es gibt Krimis, die sind wirklich nur dann gut, wenn der Strom ausfällt und man sie nicht sehen muss. Was war das?, fragte man sich ganz unfreiwillig, nachdem Borowski – einst ein Garant für amüsante Krimiunterhaltung – wie ein handschuhloser Volltrottel durch die Asservatenkammern und Verdächtigenwohnungen trottet, nur um nachher von einem Mörder gerettet zu werden, den er dann schließlich tötet, weil er ihn ja nicht getötet hat. Daniel Schauff

Kommen Sie auch nicht mehr mit? Na dann - willkommen im Club. Der arme Misel Maticevic, der den verzweifelten Vater-Schrägstrich-Mörder richtig gut spielt und man ganz automatisch gleichzeitig Mitleid mit und Angst vor ihm bekommt. Maticevic kann sich noch so anstrengen, gegen die nervtötende Spielweise von Milberg kommt selbst er nicht an. Noch weniger die erfolglos gegen Borowski anschreiende Kommissarin Brandt. Wahrscheinlich war Sibel Kekilli ebenso genervt wie ihre Zuschauer von der bodenlosen Blödheit, mit der Milberg den einst so abgeklärten und jetzt abgehalfterten Borowski spielte. Es ist wirklich unnötig, liebe Tatort-Macher, eure einstigen Helden derart herunterzuwirtschaften, dass nun wirklich keiner mehr glauben kann, dass ein Borowski - dessen Name ja immer noch die Kieler Tatort-Titel schmückt - in irgendeiner Form zum Lösen eines Falls beitragen könnte . . . oder wollte. Es ist davon auszugehen, dass Borowski spätestens jetzt aus dem Dienst entlassen würde. Angekündigt hat Kollegin Brandt ja bereits, dass sie ihn fertigmachen werde. Aber nein, in München haben wir ja auch gesehen, dass schwer straffällig gewordene Ermittler einfach und kommentarlos weiter ermitteln dürfen. Kein Wunder, dass Borowski sich stark fühlt und sogar jeglichen Anstand vergisst, nur um an zwei Weinflaschen aus einer Restaurantküche zu kommen. Ein Kautz war Borowski ja schon immer, bleibt er aber so wie am Sonntagabend, will zumindest ich ihn nicht mehr im Tatort sehen.