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Bisschen Drama, viel Satire

FOTO: Verlag
Meg Wolitzer wird wissen, wovon sie spricht. Seit Anfang der 80er-Jahre gehört die New Yorkerin zum Literaturbetrieb in den USA, und auch in Deutschland ist ihr Name dem breiteren Publikum zumindest seit 2014 und "Die Interessanten" ein Begriff. Nico Esch

Und Wolitzer ist die, die 2012 in einem Essay in der "New York Times" beklagte, dass Literatur von Frauen allein schon deshalb nie so richtig erfolgreich werden kann, weil sie im Buchladen meist im Regal für "Frauenliteratur" landet - eben da, wo nie die Bestseller stehen. "Die Ehefrau", das nun in Deutschland erschienen ist, handelt von einer Welt, in der Männer die dicken Bücher über die großen Themen schreiben und Frauen allenfalls Kurzgeschichten. Und es geht um die Ehe, um geplatzte Träume, kleine Lügen und große Opfer. Veröffentlicht wurde der Roman schon 2003, aber erst jetzt kommt er übersetzt in Deutschland auf den Markt. Ein klassisches Ehedrama ist er nicht, dafür sind die Abgründe ein bisschen zu beiläufig erzählt. Dafür ist Wolitzers Roman eine unterhaltsame Satire auf die Welt der abgehobenen literarischen Elite, in der kein Klischee fehlt.

Meg Wolitzer: Die Ehefrau. DuMont Buchverlag, 270 Seiten, 23 Euro