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| 18:28 Uhr

Bis an den Rand der duldsamen Selbstauflösung

David Lehmann: Martha (Rainer Werner Fassbinder). 2015, Tusche auf Papier. Besitz des Künstlers.
David Lehmann: Martha (Rainer Werner Fassbinder). 2015, Tusche auf Papier. Besitz des Künstlers. FOTO: Künstler
Cottbus. Im Cottbuser Kunstmuseum Dieselkraftwerk (dkw.) laufen auch im Sommer Ausstellungen, auf die wir in der Reihe "Sommer im dkw." aufmerksam machen. Heute: David Lehmann. "Die Menschen sind Teufel und leben im Kino. Arbeiten auf Papier".

Die Ausstellung des jungen Künstlers David Lehmann (geboren 1987 in Luckau) nimmt die Besucher mit in die Welt der großen Filmklassiker und präsentiert bereits durch ihr Format an Kinoplakate erinnernde Arbeiten auf Papier.

Im Mittelpunkt des 1974 entstandenen Films "Martha" aus der Hand des legendären Regisseurs Rainer Werner Fassbinder steht eine Frau auf der Suche nach Liebe. Anstelle der Erfüllung ihrer Sehnsüchte und Begierden verstrickt sie sich jedoch in ihrer Ehe in einem immer enger werdenden Netz aus emotionalen und sexuellen Abhängigkeiten und Qualen, die sie zunehmend entmündigen und bis an den Rand der latent aggressiven, aber duldsamen Selbstauflösung bringen.

David Lehmann fokussiert in seiner von diesem Film ausgehenden Zeichnung auf die weibliche Protagonistin, die in einer Art von Porträt repräsentiert, in ihren Konturen aufgelöst und mit dem sich ebenfalls bildlichen verflüchtigenden Schriftzug ihres Namens verschmolzen wird. Figur und Text, in geradezu dahingehauchten, blassen Farbtönen ausformuliert, werden - analog zur Entwicklung der Filmfigur - dem Verschwinden anheimgestellt.

Der Künstler verlässt sich auf das Kopfkino des Rezipienten, in dem sich die Erfüllung von Erwartungen und Verlangen des Betrachters selbst ebenso wie der Filmprotagonistin abspielen darf oder eben auch nicht.

Die Ausstellung David Lehmanns läuft noch bis Sonntag, ebenso wie die Schau mit Werkzyklen des Fotografen Manfred Paul. Wie das dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk weiter mitteilt, kann die für Sonntag um 16 Uhr geplante Führung durch die Manfred-Paul-Ausstellung aus Krankheitsgründen nicht stattfinden.

Öffnungszeit von 10 bis 18 Uhr, Eintritt vier Euro, ermäßigt drei Euro.