Dezember in der Stadthalle Cottbus zum mittlerweile 16. Mal seine "Lieder im Advent singt", steht ein Chor mit besonderem Stolz auf der Bühne: Der von Hans Hütten geleitete "Liederkranz" Groß Gaglow ist dieser Tage mit der Zelter-Plakette geehrt worden. Die Auszeichnung "für Chorvereinigungen, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben" ist 1956 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet worden.

"Eine Voraussetzung ist, dass der Chor mindestens seit 100 Jahren besteht", erklärt Inge Jurisch, "Liederkranz"-Sopranistin und -Chronistin. "Bei uns ist glücklicherweise alles handschriftlich seit der Gründung 1901 erfasst worden - die Auflistung der Vereinsvorsitzenden, die Chorleiter, das Liedgut, die Auftritte." Der Antrag auf die höchste Auszeichnung für Laienchöre hatte zum Schluss "die Dimension einer Diplomarbeit", stellt Günter Wolf, Vorsitzender des Niederlausitzer Sängerkreises, fest.

"Viel Aufwand, aber eben eine große Ehre", stimmt Vera Schmidt, Vizepräsidentin des Brandenburgischen Chorverbandes zu. Eine Würdigung von kontinuierlicher Arbeit, denn ein Chor braucht außer dem Spaß am Singen nun mal auch Struktur.

Das wird am 7. Dezember in der Stadthalle auch wieder zu erleben sein. Das Weihnachtskonzert vereint vier Chöre - neben dem Groß Gaglower "Liederkranz" sind das der Stadtchor Guben, der Volkschor Cottbus und der Frauenchor des Niederlausitzer Sängerkreises. Und dieser wiederum wird für "Lieder im Advent" zusammengestellt und besteht aus dem Frauenchor Cottbus, dem Döberner Chor und der "Liedertafel" Spremberg. "Der Gedanke ist, dass ja alle gern bei der Veranstaltung in der Stadthalle auftreten wollen - denn wo findet sich noch ein vergleichbar großes Haus, das sich auf solche Chorveranstaltungen einlässt", erläutert die Brandenburgische Verbands-Vizepräsidenten Vera Schmidt. "Aber manche Chöre sind zu klein oder haben nicht das Leistungsniveau, das wir uns vorstellen.

" So sind dann letztlich alle in der Chor-Gemeinschaft aufgehoben. "Das Singen hat ja auch eine soziale Komponente", sagt Vera Schmidt. "Wir proben und singen zusammen, und es gibt dabei einen regen Austausch innerhalb des Sängerkreises."

Und ganz sicher auch mit den anderen Beteiligten der von Katrin Jente moderierten Veranstaltung "Lieder im Advent". Das Ensemble "Pfiffikus" wird tanzen und rezitieren, Antonia Wirth vom Cottbuser Konservatorium Harfe spielen, das Blechbläserensemble des Blasorchesters Cottbus etwas voluminösere Töne anschlagen. Da es eine Familienveranstaltung ist und sein erster Auftritt im vergangenen Jahr so gut ankam, wird auch der Nikolaus wieder mit von der Partie sein.

"Lieder im Advent", Stadthalle Cottbus, 7. Dezember ab 15 Uhr. Tickets beim CottbuseService, Telefon: 0355/754 24 44 oder über die mitwirkenden Chöre.