Reuter war Ehrenmitglied der Komischen Oper und von 1981 bis 1993 ihr Chefdirigent und Generalmusikdirektor. "Professor Rolf Reuter hat mit seiner außergewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit das Gesicht des Hauses über viele Jahre mitgeprägt", betonte die Komische Oper in ihrem Nachruf.
In den vergangenen Wochen war Reuter in die Schlagzeilen geraten, weil der Berliner SPD-Abgeordnete Tom Schreiber dem 80-Jährigen Kontakte zu rechtsextremistischen Kreisen vorgeworfen und den Antrag gestellt hatte, Reuter das Bundesverdienstkreuz abzuerkennen. Schreiber hatte kritisiert, dass Reuter bei Veranstaltungen der "Deutschen Kulturgemeinschaft" und beim "Freundeskreis Ulrich von Hutten" als Referent aufgetreten sei.
Reuter hatte zunächst betont, er fühle sich verleumdet. In einer zweiten Erklärung hatte er Kontakt zu den genannten Gruppen eingeräumt, sich aber zugleich von deren Gedankengut distanziert. Er habe gehofft, mit seinen Vorträgen bei diesen Gruppen über das "Vehikel der Musik kleinste Samenkörner eines Verständnisses von Humanismus und Christentum säen zu können", so Reuter Anfang August.
Das Bundespräsidialamt entschied am vergangenen Donnerstag, dass Reuter das Verdienstkreuz behalten dürfe.
(dpa/pb)