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| 18:30 Uhr

Beklemmende Traumata

Kommissar Krüger (Christian Redl, r.) fährt mit Marlene (Claudia Geisler-Bading, l.) mit dem Kahn zum Tatort im Hochwald.
Kommissar Krüger (Christian Redl, r.) fährt mit Marlene (Claudia Geisler-Bading, l.) mit dem Kahn zum Tatort im Hochwald. FOTO: Julia von Vietinghoff (LR-COS-REM-313)
Cottbus. In der neunten Episode "Spiel mit dem Tod" aus der Reihe "Spreewaldkrimi" geht es anspruchsvoll zur Sache. Das Thema Krieg wird in den Osten Brandenburgs verlagert. Rüdiger Hofmann

Hält man den verworrenen Beginn mit Rückblenden und verschiedenen Zeitebenen und die teilweise schrecklichen Bilder der ersten Viertelstunde aus, wird man erstmals mit interessanten Informationen aus der Jugend des schroffen und von Christian Redl mit enormer Präsenz verkörperten Hauptprotagonisten Kommissar Krüger belohnt. Das ist ungewöhnlich in der Reihe, tut der Entwicklung aber unglaublich gut. Die neue Offenheit des Kommissars macht Lust auf weitere Folgen. Kollege Fichte (Thorsten Merten) hält Krüger, der nach wie vor in einem Wohnwagen lebt und Fontane liest, dennoch für einen "alten Spinner".

Was er nicht weiß: Krüger ist als Kind traumatisiert worden. Das wirkt bis heute nach, sodass er sich auch seiner guten Freundin nie wirklich öffnet. Vieles Zwischenmenschliche bleibt unausgesprochen. Spreewald-Romantik gibt es dennoch, hervorgerufen durch ruhige Natureinspielungen, schließlich gehört der Wald inzwischen zum Ensemble dazu. Auch dieser Krimi bezieht seine visuelle Unverwechselbarkeit aus der märchenhaften Landschaft mit ihren Sümpfen und Wasserläufen.

Doch nicht nur: Unverwechselbar sind auch die geschickt miteinander verwobenen, aktuellen Themen wie Arbeitslosigkeit, Sozialbetrug, Gewalt gegen Minderheiten und psychische Traumata nach Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Insgesamt eine sehr komplexe Handlung, verästelt wie die Wasserarme der Spree. Auf ganzer Linie überzeugend - wenn man sich auf die Düsterheit des Spreewaldkrimis einlassen will.