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| 13:32 Uhr

Jubiläum
Beatles-Freund und Grammy-Gewinner

ARCHIV - 20.06.2016, Bayern, Tutzing: Der Musiker, Komponist und Grafiker Klaus Voormann aufgenommen am 20.06.2016 in seinem Atelier in Tutzing am Starnberger See. Am 29.04.2018 feiert Voormann seinen 80. Geburtstag. Foto: Ursula Düren/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 20.06.2016, Bayern, Tutzing: Der Musiker, Komponist und Grafiker Klaus Voormann aufgenommen am 20.06.2016 in seinem Atelier in Tutzing am Starnberger See. Am 29.04.2018 feiert Voormann seinen 80. Geburtstag. Foto: Ursula Düren/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: Ursula Düren / dpa
Starnberg. Klaus Voormann wird 80 und denkt nicht ans Altenteil Von Gunther Matejka

So ganz wohl war Klaus Voormann (Foto: dpa) schon im Vorfeld der Echo-Verleihung nicht: Zum einen kam ihm der Echo für sein Lebenswerk seltsam vor - „Mein Lebenswerk geht ja hoffentlich noch weiter“ – wie er  sagte. Zum anderen sei er kein Mensch, der gerne im Rampenlicht stehe. Ironie des Schicksals: Nachdem Voormann nach dem Skandal um die rappenden Echo-Preisträger Kollegah und Farid Bang seinen Preis zurückgegeben hat, stand er umso mehr im Fokus und trug dazu bei, dass ein Neuanfang für den Musikpreis beschlossen wurde.

Und das will bei seiner Vita einiges besagen. Schließlich blickt Voormann, der am Sonntag 80 Jahre alt wird, auf ein turbulentes Leben zurück. In Stichworten: Er war enger Freund der Beatles; lebte mit George Harrison und Ringo Starr in London in einer WG; er spielte Bass für Acts wie Manfred Mann, Lou Reed und Cat Stevens – und er legte parallel dazu eine Karriere als Grafiker hin. Und was für eine! Für die Gestaltung der Beatles-Schallplatte „Revolver“ erhielt das am Starnberger See lebende Multitalent einen Grammy. Für den Rolling Stone ist das Werk das siebtbeste Albumcover überhaupt.

„Dieses Cover zu gestalten, ist für mich ein Segen gewesen“, sagt
Voormann. Es sei aber schade, dass er fast immer darauf reduziert werde. Es gebe viele andere großartige Dinge, etwa seine Zusammenarbeit mit dem Model Twiggy und die daraus resultierenden Illustrationen für das Modemagazin Vogue. Auch schuf er Covers für die Bee Gees, Marius Müller-Westernhagen, Fool‘s Garden oder zuletzt für Van Dyke Parks.

Einer Vielzahl von Songs steuerte er seine Basslinien bei. Darunter bei einigen Meilensteinen der Musikgeschichte – wie etwa John Lennons „Imagine“. An den Beatles-Aufnahmen wirkte er indes nicht mit. „Paul hatte mich zwar hin und wieder gebeten, Bass zu spielen, aber ich habe mich gesträubt und gesagt: Du bist doch der Bassist.“

Zu Beginn der 60er-Jahre war Voormann Student an der Hamburger Meisterschule für Gestaltung, als er die noch unbekannten Beatles kennenlernte -– nicht ahnend, dass diese Freundschaft sein Leben verändern würde. „Diese befreiende, lebensbejahende Musik und vor allen Dingen diese frischfrechen Burschen auf der Bühne. Das war damals für viele Menschen – noch kriegs- und nachkriegsgebeutelt – heilend, ermutigend und prägend. Auch für mich.“

Auch als Musikproduzent war Voormann erfolgreich, zum Beispiel für die Neue Deutsche Welle-Band „Trio“ („Da Da Da“). In seinem Atelier am Starnberger See arbeitet Voormann weiter als Grafiker. In Kürze erscheint ein neues Buch mit dem Titel „It started in Hamburg“.