Ost-Berlin, 1982: Der 17-jährige Berg muss entscheiden, ob er als regulärer Rekrut oder als sogenannter Bausoldat seinen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee der DDR antreten soll. In einer pazifistischen Familie aufgewachsen, will der Oberschüler nicht an der Waffe dienen. Er weiß um die Schikanen, mit denen er durch eine Verweigerung zu rechnen hat. Anlass für Bergs ersten Brief an den DDR-Autoren de Bruyn ("Buridans Esel") ist dessen Rede vom Dezember 1981, in der er beklagt, dass die DDR nur die westeuropäische Friedensbewegung unterstütze, nicht aber auch die im eigenen Land. Und so beginnt der Briefwechsel, der sich bis ins Jahr 1984 hineinzieht und vor allem von Bergs Impulsivität und Aufmüpfigkeit geprägt ist.

Stefan Berg, Günter de Bruyn: Landgang - Ein Briefwechsel. S. Fischer Verlag, 145 Seiten, 17,99 Euro