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| 02:39 Uhr

Bamberger Erzbischof: Religionskritik im "Parsifal" zu stark

Klaus Florian Vogt wird als Parsifal in Bayreuth gefeiert.
Klaus Florian Vogt wird als Parsifal in Bayreuth gefeiert. FOTO: dpa
Bayreuth/Bamberg. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat die "Parsifal"-Inszenierung bei den Bayreuther Festspielen als nicht im Sinne des Komponisten kritisiert. "Wagner ist ein Suchender, er suchte über die herkömmlichen Religionen hinaus, ohne sie im Sarg zu beerdigen", sagt Schick am Freitag. dpa/pb

"Das herauszustellen, wäre sachgemäß gewesen." Regisseur Uwe Eric Laufenbergs religionskritische Inszenierung der Richard-Wagner-Oper, mit der am vergangenen Montag die Festspiele eröffnet worden waren, ließ am Schluss in der berühmten Erlösungsszene Muslime, Juden und Christen die Symbole ihrer Religionen beerdigen.

Das hatte Erzbischof Schick in einem Interview des Domradios als "für einen Christen schon anstößig" bezeichnet. Er habe das in einem doppelten Sinn gemeint, erklärte Schick. Laufenberg stoße an, sich Gedanken über das Christsein zu machen und es authentisch zu leben. "Es ist auch anstößig, weil die Laufenberg-Inszenierung stärker die Religionskritik herausstellt, als es Wagner selbst tut, und diese starke Kritik auch dem Christentum nicht gerecht wird", sagte Schick.

Die humanistische Interpretation der Erlösungsoper hatte das Bayreuther Publikum zu Jubelstürmen gebracht.