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| 09:23 Uhr

Mit 28 Jahren
Star-DJ Avicii ist tot

Düsseldorf. Der schwedische Musiker und DJ Avicii ist im Alter von 28 Jahren gestorben. Das melden unter anderem "Sky News" und die BBC unter Berufung auf sein Management.

Seine Lieder laufen in Radiosendern, Clubs und Discos, zum Beispiel "Wake me Up" oder "Brother". Jetzt ist der schwedische DJ Avicii gestorben. Er wurde nur 28 Jahre alt.

Das teilte seine Sprecherin Ebba Lindqvist mit. Demnach wurde Tim Bergling, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, am Freitag in Maskat, der Hauptstadt des Oman, tot aufgefunden, "Die Familie ist am Boden zerstört, und wir bitten alle, ihr Bedürfnis nach Privatsphäre in dieser schwierigen Zeit zu respektieren." Genauere Informationen über Aviciis Tod waren zunächst nicht zu bekommen. Die Polizei in Oman und die staatlichen Medien des Sultanats hatten am Freitagabend keinen Bericht zum Tod des schwedischen Weltstars.

Avicii zählte zu den erfolgreichsten DJs der Welt. Mit dem Song "Levels" gelang ihm 2011 der Durchbruch. 2012 und 2013 schaffte er es im Ranking des "DJ Magazine" jeweils auf den dritten Platz der besten DJs. Er arbeitete unter anderem mit Madonna, der britischen Rockband Coldplay und dem französischen DJ und Musikproduzenten David Guetta zusammen.

In den vergangenen Jahren hatte Avicii offen über seine Gesundheitsprobleme gesprochen - unter anderem über eine zum Teil durch exzessiven Alkoholkonsum verursachte Entzündung der Bauchspeicheldrüse. 2014 hatte er einige Live-Auftritte abgesagt, weil er sich die Gallenblase und den Blinddarm entfernen ließ. Zwei Jahre später gab er das Tourneegeschäft auf und zog sich ins Musikstudio zurück.

"Diese Szene ist nichts für mich"

Diese Tour sei seine letzte, schrieb er damals und kündigte an, dass er mehr Zeit für sein Privatleben haben wolle. "Diese Szene ist nichts für mich", sagte er damals dem Magazin "Billboard". Nicht die Auftritte seien das Problem gewesen, sondern das Drumherum. "Alles, was noch dazu gehört, wenn man ein Künstler ist." Er sei im Grunde eher ein introvertierter Mensch, sagte er. "Es war immer sehr hart für mich."

Weiter sagte er dem "Billboard" damals: "Es war eine verrückte Reise. Ich habe mit 16 angefangen, zu produzieren. Ich begann mit 18, auf Tourneen zu gehen. Von da an war ich zu 100 Prozent drin." Und weiter: "Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, denke ich: Whoa, habe ich das gemacht? Es war in gewisser Weise die beste Zeit meines Lebens. Dafür war ein Preis zu zahlen - viel Stress und Angst für mich - aber es war die beste Reise meines Lebens".

Dem Musikgeschäft blieb er jedoch erhalten. Auf seiner Homepage ist ein früheres Statement zu lesen, in dem es heißt, er trete zwar nicht mehr live auf - aber: "Das Live-Ende bedeutete nie das Ende von Avicii oder meiner Musik. Stattdessen ging ich zurück zu dem Ort, an dem alles einen Sinn ergab - das Studio." Im vergangenen Jahr produzierte Avicii mehrere Stücke mir der britischen Sängerin Rita Ora.

2017 kündigte er einen neuen Lebensabschnitt an: "Die nächste Phase wird sich um meine Liebe drehen, für euch Musik zu machen. Es ist der Beginn von etwas Neuem." Vor wenigen Tagen war er für einen Billboard Music Award 2018 nominiert worden - in der Kategorie Dance/Electronic Album für "Avicii (01)". Er fühle sich geehrt, schrieb er dazu auf Facebook. Auf keinen Fall solle man die Show im Mai verpassen. Seit 1990 werden die Billboard Music Awards jährlich von dem gleichnamigen Fachmagazin verliehen, sie basieren größtenteils auf Chartplatzierungen.

"Wir haben ihn bewundert"

Der Sohn der prominenten schwedischen Schauspielerin Anki Linden war einer der ersten DJs, der es schaffte, mit elektronischer Tanzmusik in den Mainstream vorzudringen. Aviciis Megahit "Wake me up" mit dem Soul-Sänger Aloe Blacc war 2013 in Europa die Nummer eins. Sein mit elektronischer Musik unterlegter Remix von Coldplays "A Sky Full of Stars" (2014) wurde ein weiterer Hit. Als Produzent war er für Madonnas Album "Rebel Heart" (2015) tätig.

2015 legte Avicii bei der Hochzeitsfeier des schwedischen Prinz Carl Philip und dessen Frau Sofia auf. "Wir haben ihn als Künstler und als wunderbarer Mensch, der er war, bewundert", erklärte das Paar. Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven nannte Avicii "einen der größten Namen der Musik in Schweden in der modernen Zeit".

Nach Aviciis Tod sitzt der Schock in der Elektro-Szene und darüber hinaus tief. Stars wie David Guetta, Calvin Harris und Nile Rogers zeigten sich am Freitag betrübt. Der amerikanische Musikproduzent Nile Rogers sagte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP, Avicii sei sein "kleiner Bruder" gewesen. Er wisse zwar nicht, was passiert sei. Aber als Freund und Musiker könne er sagen, Tim Bergling sei einer der größten Melodienschreiber gewesen, mit denen er je gearbeitet habe. "Und ich habe mit einigen der brillantesten Musiker auf dem Planeten gearbeitet."

(rls)