Die Dokumentation mit dem Titel „Im Namen der Freiheit! Verfassung und Verfassungswirklichkeit in Deutschland 1849-1919-1949-1989“ ist von diesem Donnerstag an im Pei-Bau des Zeughauses zu sehen (bis 11. Januar). Sie versteht sich nach Angaben der Veranstalter als die erste „Ikonographie der deutschen Verfassungsgeschichte“ und will auch das Ringen um „Verfassung und Verfassungswirklichkeit“ in Ost und West verdeutlichen. Die Ausstellung sollte am Mittwochabend von Bundestagspräsident Norbert Lammert und der Leiterin der Stasi- Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, eröffnet werden.

Zu sehen sind in der Ausstellung unter anderem Plakate, Fotografien und Dokumente, Filmcollagen, Grafiken und Gemälde. Mit „einigem Stolz“ zeigt das Museum auch seine Urkunde der ersten deutschen Verfassung von 1849. Außerdem ist ein erste Broschüre des Grundgesetzes 1949 und ein Transparent mit der Aufschrift „Meinungsfreiheit! Pressefreiheit! Nie wieder Schnitzler!“ von der ersten freien Massendemonstration in Ost-Berlin vom 4. November 1989 zu sehen.

Die Geschichte der Verfassungen sei „keine Ausstellung über Staatsdoktrin“ sondern über „demokratische Freiheitskämpfe“ der Menschen. „Sonst weht ja der Wind des Abstrakten über unsere Verfassungsgeschichte“, sagte Museumsdirektor Hans Ottomeyer am Mittwoch.

Ein Epilog-Raum zur Ausstellung soll nach Angaben der Kuratorin Dorlis Blume „verdeutlichen, dass Verfassungen von Menschen gemacht sind“. Er zeigt die Köpfe verschiedener Verfassungsväter- und mütter wie Theodor Heuss, Konrad Adenauer oder Elisabeth Selbert und wirft gleichzeitig einen Blick auf die Zukunft der Verfassungen. Dabei geht es auch um die noch offene Frage einer EU-Verfassung. Ein Monitor „Einmischung erwünscht“ lädt den Besucher ein, über die Wichtigkeit der ersten 19 Artikel, die sogenannten Grundrechte der Verfassung, abzustimmen.

Begleitend zur Ausstellung startet das Zeughauskino am kommenden Sonntag (bis 31. Oktober) eine Filmreihe über die 19 Grundrechte. Gezeigt werden dazu westdeutsche Spiel- oder Dokumentarfilme, die auch von „Schwierigkeiten und Konflikten“ der Deutschen mit den Grundrechten erzählen. Unter anderem sind Rainer Werner Fassbinders „Angst essen Seele auf“ (1973) und Reinhard Hauffs “Stammheim“ (1986) zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Katalog (29 Euro) und anderes Begleitmaterial erschienen.

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