Eine Ausstellung mit dem Titel „Jüdische Juristinnen und Juristinnen mit jüdischem Hintergrund wir bis Ende Januar im Landgericht Cottbus gezeigt.

Eröffnet wurde die Ausstellung in Cottbus von der ehemaligen Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Bei der Eröffnung dabei waren zahlreiche Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Cottbus.

Die Präsidentin des Cottbuser Landgerichts Ramona Pisal sprach bei der Eröffnung über die erschreckende Geschichte der traditionsreichen jüdischen Juristenfamilie Hammerschmidt aus Cottbus, an die heute noch mehrere „Stolpersteine“ vor dem Haus an der Bahnhofstraße 62 erinnern.

Die Schau in der ersten Etage des Cottbuser Landgericht porträtiert 17 Frauen, die viele weitere jüdische oder von den Nationalsozialisten als jüdisch verfolgte Juristinnen der ersten Juristinnengeneration repräsentieren. Ergänzt werden die Biografien durch Tafeln auch mit Erläuterungen zur Zulassung von Frauen zu den juristischen Berufen, zur Gründung des Juristinnen-Vereins 1914, zu Berufsverboten, Vertreibung, Ermordung, Exil, Remigration und Restitution.

Die Juristinnen haben sich ihr Jurastudium, den Abschluss mit dem Zweiten Staatsexamen und ihre juristische Berufstätigkeit in Deutschland oft hart und noch in höherem Alter erkämpft und ein paar Jahre später alles wieder verloren.

Die Ausstellung folgt dem Leben und Wirken von einigen dieser Juristinnen. Nicht nur, damit sie nicht vergessen werden, sondern unter anderem auch um zu zeigen, welche große Rolle sie in der Weimarer Republik für das Entstehen der Demokratie spielten, welchen Anteil sie beim Entstehen des Feldes der sozialen Arbeit hatten und welchen Anteil beim Kampf der Frauen um gleiche Rechte.