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Aus traurig wird schön

FOTO: Verlag
Am Anfang war ein ausgestopfter Seehund. Judith Kerr bewunderte das Tier als Kind stets im Arbeitszimmer ihres Vaters in London. Violetta Kuhn

Als alte Frau schrieb sie auf, was es mit dem ungewöhnlichen Requisit auf sich hatte - und unternimmt einige entscheidende Änderungen. Denn aus eigentlich traurigen Geschichten macht die Illustratorin und Autorin mühelos schöne. Heraus kam "Ein Seehund für Herrn Albert", Kerrs neuestes Kinderbuch. "Alles, was ich schreibe, ist immer ein bisschen autobiografisch", sagt die mittlerweile 93-Jährige, als sie in ihrer alten Heimat Berlin zu Besuch ist und beim Internationalen Literaturfestival mit Kindern über ihre Flucht vor den Nazis und ihre Liebe zum Zeichnen spricht.Und obwohl sie schon seit Jahrzehnten in London lebt, geht ihre Muttersprache ihr flüssig über die Lippen. Schon in ihrem in Deutschland bekanntesten Roman "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" zeigte Judith Kerr, dass sie Trauriges unterhaltsam aufschreiben kann. In dem neuen Buch nun greift sie eine der Geschichten auf, die ihr Vater Alfred Kerr, der bekannte Theaterkritiker und Schriftsteller, ihr stets erzählte..

Judith Kerr: Ein Seehund für Herrn Albert. Verlag Sauerländer, 112 Seiten, 12 Euro