Doch der Kampf habe sich gelohnt. Auf der ganzen Welt gebe es keine Schatzkammer, die so authentisch die Ausstattung und Atmosphäre aus der Regentschaft von August dem Starken anno 1730 in die heutige Zeit herübergerettet habe.
Gestern Nachmittag nahm Roth im Residenzschloss den großen, goldfunkelnden Schlüssel zu den prachtvollen Räumen von Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) in Empfang. Damit ist nach 64-jähriger Auslagerung und rund vier Jahre langer, akribischer Handarbeit die einzigartige Schatzkammer der einstigen Sachsen-Fürsten und König wieder hergerichtet. Ab heute machen sich die Fachleute der Kunstsammlungen daran, die zehn Räume des Historischen Grünen Gewölbes mit 3000 Kunstwerken aus Gold, Silber und Bronze, Edelsteinen, Elfenbein und Bernstein einzurichten. Am 1. September kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Einweihung, ab 15. September ist die wohl bedeutendste Juwelenkammer Europas für alle geöffnet. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.
Mit der Vollendung des Grünen Gewölbes werde der Traum von drei Generationen wahr, das barocke Ensemble Dresdens wiederherzustellen, sagte Milbradt, der die Restaurierung schon als Finanzminister vorangetrieben hatte. Die Schönheit der Architektur und Kunst sei die Visitenkarte Sachsens in der Welt und ein Türöffner für wirtschaftliche Kontakte. Derzeit sind viele der Kostbarkeiten des Grünen Gewölbes noch im Schloss von Versailles zu sehen.
Mehr als 330 Millionen Euro lässt sich der Freistaat den Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Schlosses insgesamt kosten. "Es ist finanziell das größte Bauprojekt des Landes”, sagt Finanzminister Horst Metz (CDU). Allein 45 Millionen flossen in das Historische und in das Neue Grüne Gewölbe, das schon 2004 eröffnet wurde. Die Einrichtung von Elfenbein-, Bernstein-, Weißsilber-, Wappen- und Juwelenzimmer wie der anderen Räume ist nach allen Regeln der Kunst dem Vorbild August des Starken nachempfunden. Allein für die Rekonstruktion der Wandspiegel haben Lausitzer Firmen längst vergessene Handwerkstechniken neu belebt. Viele Spiegel und Konsolen sind aber auch Originale und tragen die Spuren der Vergangenheit.
Die Schatzkammer hatte der Kurfürst schon ab 1723 als Museum einrichten lassen. 1942 wurden die Kunstschätze auf die Festung Königstein gebracht, später waren sie im Albertinum und bei Ausstellungen im Ausland zu sehen. Dieses Jahr kehren sie zurück.
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