Ball- und Propositionssaal werden wie im 19. Jahrhundert rekonstruiert und mit moderner Ausstellungsarchitektur versehen, teilte das Finanzministerium am Mittwoch in Dresden mit. Eine Expertenkommission habe die Entwürfe des Architekturbüros Atelier Brückner GmbH aus Stuttgart ausgewählt. Das Turmzimmer soll nach historischem Vorbild von 1719 wiedererstehen.

In den drei Räumen werde künftig die Rüstkammer Exponate zu den Themen Jagd und höfische Feste sowie Maskeraden des 16. bis 18. Jahrhunderts zeigen. Angaben über Baubeginn und Kosten sind laut Ministerium noch nicht möglich, da die Planungen erst beginnen. Im Großen Ballsaal wurden im 18. Jahrhundert Empfänge und Bälle gegeben, im Propositionssaal fand die Staatszeremonie statt, bei der Fürsten zur Eröffnung der Landtage der Kur- und Erblande ihre Forderungen oder Vorschläge (Propositionen) an die auf dem Landtag versammelten Stände stellen konnten. Im Turmzimmer waren einst silberne und vergoldete Prunkgefäße ausgestellt, von 1732 an diente es als Porzellanzimmer.

Die aus dem 16. Jahrhundert stammende, 1945 zerstörte Residenz der sächsischen Kurfürsten und Könige wird seit 1985 wiederhergestellt und zum Museumszentrum der Kunstsammlungen ausgebaut. Neben den drei Museen sind bereits Verwaltung und Kunstbibliothek eingezogen. Ende Januar wurde das neue Besucherfoyer eröffnet, das durch Überdachung des Kleinen Schlosshofs entstand. dpa/fxk