ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 13:49 Uhr

Buchmesse Leipzig
Am Rockzipfel des Leinwandstars

Cover von „Gérard. Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu“.
Cover von „Gérard. Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu“. FOTO: - / dpa
Leipzig. Auf der Leipziger Buchmesse wird erstmals Depardieu als Comic-Held vorgestellt.

(dpa/ik) Nackt unter der Dusche mit Gérard Depardieu, gemeinsam Badetücher klauen und durch Gasfelder in Aserbaidschan fahren. Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen, lautet das Sprichwort. Erst recht, wenn er mit dem Urgestein des französischen Kinos unterwegs ist. Fünf Jahre lang hat der Autor und Zeichner Mathieu Sapin den französischen Schauspieler begleitet. Dabei ist eine mehr als 150 Seiten lange Comic-Reportage herausgekommen, die den Star erleben lässt - wie er leibt und lebt. Die Comicreportage kommt Ende März auf den deutschen Markt. Erstmals vorgestellt wird sie an diesem Wochenende auf der Buchmesse in Leipzig.

„Gérard. Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu“ heißt das Buch. Das Titelbild spricht Bände: Depardieu gibt Gas auf einem Motorrad, Sapin im Sidecar mit Angstschweiß auf der Stirn. „Depardieu zu folgen, ist anstrengend. Er ist ständig in Bewegung und redet pausenlos“, sagte Sapin. „Nach mehr als drei Tagen Depardieu war ich immer völlig erschöpft.“

Der 43-Jährige hat den Star über fünf Jahre hinweg immer wieder bei Dreharbeiten, Promo-Reisen und dunklen Geschäftsterminen unter anderem nach Russland, Aserbaidschan, Spanien und Portugal begleitet.

Über dem Kaspischen Meer beginnt Sapin ein Gespräch mit Depardieu über den Tod. Dabei erfährt der Leser, dass der Abschied Gégé, so nennen die Franzosen ihr Leinwandmonster, nicht traurig macht. Denn: Wenn man an jemanden denke, lebe er so lange weiter, wie man selber lebe. Rührend, unterhalt­sam, genervt, aufbrausend, lustig, provozierend: Sapin hat Depardieu in allen Facetten und Situationen beobachtet und gezeichnet. Allein unter vier Augen in seinem Luxus­stadthaus in Paris, mit Filmkollegin Fanny Ardant bei Dreharbeiten, mit einfachen Fischern und tschetschenischen Mafiabossen.

Nichts wird beschönigt. Depardieu schnauft und rülpst, gibt ohne Vorwarnung Obszönitäten von sich. „Ich komme mir vor, als würde ich ein wildes Tier beobachten“, schreibt Sapin in seiner Textblase.

Sapin stellt sich in dem Comics gern als verschreckter und verblüffter Zeichner dar, der aus dem Staunen nicht herauskommt.

Mit schnellen und leichten Strichen hat Sapin von Depardieu ein Porträt entworfen, das ebenso komplex und vielfältig ist wie dessen Rollen. Denn zwischen Obelix, Asterix dickstem Freund und Liebhaber von Fressgelagen und Raufereien, dem schüchternen, romantischen Poeten Cyrano von Bergerac und dem Draufgänger und Rebell in die „Ausgebufften“ liegen Welten.

(dpa)